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Festnahmen: Greenpeace-Aktivisten zünden Feuerwerk in Atomkraftwerk Cattenom (Video)

Mehrere Personen sollen heute Morgen versucht haben, in das Atomkraftwerk Cattenom einzudringen. Das meldet der Betreiber, der Energiekonzern EDF.

12.10.2017
Bernd Wientjes
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat mitgeteilt, dass Aktivisten von ihnen heute Morgen in den Sicherheitsbereich des Kernkraftwerks Cattenom eingedrungen sind und in der Nähe eines der Abklingbecken, in denen abgebrannte Kernbrennstäbe abkühlen, ein Feuerwerk entzündet haben. Damit wollte man auf das Risiko hinweisen, das von der Anlage ausgeht, heißt es in der Mitteilung von Greenpeace Frankreich.

Insgesamt 15 Aktivisten sind am frühen Morgen in das Kernkraftwerk Cattenom eingedrungen. Innerhalb von fünf Minuten seien sie in die zweite Sicherheitszone vorgedrungen, in denen sich auch die Abklingbecken, in denen abgebrannte Kernbrennstäbe gelagert werden, befinden, sagte ein Sprecher von Greenpeace in Luxemburg. Von dort aus wurde die Aktion koordiniert.

Direkt nach dem Überwinden der zweiten Sicherheitszone hätten die Umweltschützer Feuerwerkskörper gezündet, um zu zeigen, wie einfach es sei, dort einen Anschlag zu verüben. „Fünf Minuten reichen aus, um einen terroristischen Anschlag zu verüben“, so der Greenpeace-Sprecher. Bei einer Zerstörung der Abklingbecken könnten ungehindert hochradioaktives Wasser entweichen und die Umwelt verseuchen.

Nachdem der Sicherheitsdienst die Eindringlinge gestellt habe, sei die Polizei alarmiert worden, die aber, so der Sprecher, nicht in der Lage gewesen sei, in die zweite Sicherheitszone zu kommen. Die 15 Greenpeace-Aktivisten seien festgenommen worden und befänden sich noch immer auf verschiedenen Polizeidienststellen rund um Cattenom, so der Sprecher. Er geht davon aus, dass sie spätestens morgen freikommen werden, allerdings rechnet Greenpeace damit, dass die Umweltschützer in Frankreich angeklagt werden.