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Mainz feiert den Digitalfunk – Region Trier funkt aber weiter analog

(Trier/Mainz) Die vom Mainzer Innenminister Roger Lewentz (SPD) als „einmalige Erfolgsgeschichte“ gefeierte Einführung des Digitalfunks ist offenbar ins Stocken geraten. Regionale Feuerwehren und Rettungsdienste funken bis auf weiteres noch nach alter Väter Sitte.

30.03.2013
Rolf Seydewitz, Jörg Pistorius
Vor zwei Wochen knallten auf Schloss Waldthausen in Budenheim bei Mainz die Sektkorken. Stolz brachte der Innenminister einen Toast aus auf die Mitarbeiter seines Hauses, die sich in den vergangenen sechs Jahren um den Aufbau des neuen digitalen Funknetzes gekümmert haben. „Wir verfügen jetzt über ein Netz, dass die uneingeschränkte Kommunikation auch zwischen den unterschiedlichen Behörden gewährleistet“, sagte Roger Lewentz da.

Bei den Rettungs- und Hilfsorganisationen in der Region Trier hält sich der Jubel allerdings in Grenzen. „Ich dachte, die feiern jetzt schön in Mainz, und in Wirklichkeit läuft hier bei uns noch nichts“, sagt ein ranghoher Feuerwehrmann, der anonym bleiben möchte. Vor allem bei den regionalen Feuerwehren gibt es Unmut über die angeblich doch so schöne neue Digitalwelt. Da ist die Rede von erheblichen Verständigungsproblemen, Schwierigkeiten bei der Bedienung der Geräte oder von einzelnen Gebieten, in denen es digital keinen Empfang gebe (Funklöcher). Und die für alle Feuerwehren, den Rettungsdienst und Katastrophenschutz in der Region zuständige Leitstelle bei der Trierer Berufsfeuerwehr sei über Digitalfunk nicht erreichbar.

„Keine Katastrophen, sondern lösbare Anlaufschwierigkeiten“, lautet die Antwort aus dem Innenministerium. Auch bei der Feierstunde in Mainz zum Abschluss des Netzaufbaus sei darauf hingewiesen worden, „dass noch eine ganze Reihe von Arbeiten zu erledigen sind“, sagt Ministeriumssprecher Christoph Gehring dem Volksfreund. Das Gesamtsystem befinde sich noch im Zustand des Werdens.

Bis die regionalen Feuerwehren und Rettungsdienste den Digitalfunk wie geplant nutzen können, dürfte noch reichlich Zeit vergehen. Experten rechnen damit, dass der Startschuss frühestens in zwei Jahren gegeben wird. „Vielleicht dauert es auch noch ein Jährchen länger“, meint ein Feuerwehrfunktionär.