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Rentner bekommen ab 2018 mehr Geld

(Würzburg) Die Altersbezüge sollen ab Juli 2018 um rund drei Prozent steigen. Auch für Beitragszahler und Unternehmen gibt es eine gute Nachricht: Der Rentenbeitrag sinkt um 0,1 Prozent.

15.11.2017
dpa
Die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland können im kommenden Juli mit einer spürbaren Erhöhung ihrer Bezüge um rund drei Prozent rechnen. Voraussetzung sei, dass sich Löhne und Gehälter wie derzeit prognostiziert entwickelten, sagte der Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung Bund, Alexander Gunkel, am Dienstag in Würzburg. Letztlich werde es darüber erst Anfang 2018 Klarheit geben.

Die geplante Erhöhung wirkt sich so aus: Bei 1000 Euro Rente gibt es im Westen monatlich 30,90 Euro mehr und im Osten 32,30 Euro. Wer 1500 Euro Rente bekommt, erhält 46,35 Euro (Westen) oder 48,45 Euro (Osten) mehr.
Eine gute Nachricht gibt es auch für Beitragszahler und Unternehmen: Weil die Wirtschaft brummt und es so viele Beschäftigte gibt wie noch nie, sinkt voraussichtlich der Beitragssatz für die gesetzliche Rente Anfang kommenden Jahres leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent. Die Bundesregierung dürfte diesen Schritt per Verordnung vollziehen. 

 Bis zum Jahr 2022 können die Rentenbeiträge voraussichtlich stabil bleiben. Ab 2023 dürfte der Beitragssatz schrittweise wieder steigen, bis er im Jahr 2030 bei 21,6 Prozent liegen dürfte. Von 2018 bis 2024 werden aufgrund eines im laufenden Jahr verabschiedeten Gesetzes die Ost- an die West-Renten in sieben Schritten komplett angeglichen.

In der Region gibt es rund 95000 Altersrentner, die ihr Geld von der Deutschen Rentenversicherung beziehen. Rund 3000 von ihnen bekommen so wenig Geld, dass dieses nicht zum Leben reicht. Sie erhalten zusätzlich eine staatliche Unterstützung, die sogenannte Grundsicherung, damit sie etwa Miete und Nebenkosten bezahlen können. In Trier kommen laut dem Statistischen Landesamt auf 1000 Rentner rund 60 Bezieher von Grundsicherung. Auffallend ist auch, dass Frauen in der Region deutlich weniger Alterseinkünfte beziehen als Männer. Durchschnittlich 473,40 Euro bekommen Frauen nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz – bei Männern liegt die durchschnittliche Rentenhöhe in der Region bei 995,59 Euro. Dabei sind allerdings nicht die (oft hohen) Renten berücksichtigt, die Grenzgänger aus Luxemburg erhalten. 

 Das Thema Rente spielt auch bei den Jamaika-Sondierungen in Berlin eine wichtige Rolle. Die Co-Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Annelie Buntenbach, rief die Jamaika-Partner auf, Schritte zur Stabilisierung der Rentenfinanzen zu ergreifen. Eine Entwicklung „höhere Beiträge für sinkendes Rentenniveau“ dürfe nicht Wirklichkeit werden. Sonst drohe die Rentenversicherung ihre Legitimität in der Bevölkerung zu verlieren. Alexander Gunkel von der Rentenversicherung Bund, der die Arbeitgeber vertritt, forderte, sich längerfristig mit dem Renteneintrittsalter auseinanderzusetzen – es spreche viel dafür, dass es längerfristig angehoben werden müsse.
In diesem Jahr rechnet die Rentenversicherung mit einer schwarzen Null: Einnahmen und Ausgaben dürften sich auf 293,2 Milliarden Euro belaufen. Die Rentenrücklage dürfte 32,9 Milliarden betragen.