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Rock am Ring in der Eifel: 90.000 Fans, 1.200 Polizisten (Video, Fotostrecke)

(Nürburg) Deutschlands beliebtestes Musikfestival kehrt an den Nürburgring zurück. 90.000 Fans werden in der Eifel feiern. Die Sicherheitskontrollen sind strenger als je zuvor. Dossier zum Thema: Rock am Ring

01.06.2017
Jörg Pistorius
Es kann wieder eine rauschende Party werden. Mit Rammstein, den Toten Hosen und System Of A Down hat Veranstalter Marek Lieberberg drei starke Musikbands verpflichtet, die ab heute zusammen mit Zehntausenden Fans die Rückkehr in die alte Heimat, den Nürburgring, feiern wollen. 2015 und 2016 lief Rock am Ring in Mendig – zwei von starken Unwettern geprägte Jahre, die klar zu den Tiefpunkten der 32 Jahre umfassenden Geschichte des Festivals gehören. 

Das soll dieses Mal anders werden, auch wenn wieder Gewitter am Horizont drohen. Und natürlich denken viele an den furchtbaren Anschlag auf ein Popkonzert im englischen Manchester.

Dieser hat gravierende Folgen für den Ring. Zur Sicherung des Festivals werden am kommenden Pfingstwochenende 1200 Polizeibeamte im Einsatz sein, mehr als jemals zuvor. Diese Zahl nannte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD). Die Polizei werde eine Wache vor Ort besetzen und auch Zivilbeamte auf Streife schicken. 
Die Polizei wolle mit dieser Rekordpräsenz nicht nur Straftaten auf dem Festivalgelände bekämpfen, sondern Rock am Ring auch vor „Gefahren von außen“ schützen, sagt der Minister. Die Sicherheitsbehörden müssten weiter von einer „hohen abstrakten Gefährdungslage“ ausgehen, „die sich jederzeit in Form von Anschlägen realisieren kann“.
Auch das Veranstalterteam von Marek Lieberberg hat auf den Anschlag von Manchester reagiert und die Sicherheitskontrollen massiv verschärft. Zum ersten Mal in der Geschichte von Rock am Ring dürfen die Fans keine Taschen, Rucksäcke oder andere Behältnisse mit auf das Festivalgelände bringen. Nur Gürtel- und Bauchtaschen sind erlaubt. Auch das Handy, den Schlüsselbund und die Geldbörse dürfen die Fans mitbringen. Alle anderen Ausrüstungsgegenstände müssen auf den Zeltplätzen oder in den Autos bleiben. 

Ein Heer an Sicherheitskräften überprüft die strenge Einhaltung dieser Regel. Bereits am Mittwoch, traditionell einer der Hauptan8reisetage von Rock am Ring, bildeten sich lange Schlangen vor den Sicherheitsschleusen. Die Fans unterzogen sich geduldig den Kontrollen und Durchsuchungen. 

Nach den starken Unwettern der beiden vergangenen Jahre – 2016 sind in Mendig mehr als 80 Fans durch Blitzeinschläge verletzt worden – drohen auch dieses Mal Gewitterstürme am Pfingstwochenende. Diplom-Meteorologe Helge Tuschy vom Deutschen Wetterdienst sagt voraus: „Am Freitag kommt wieder feuchtwarme Luft von Frankreich. Nachmittags und abends sind kräftige Gewitter zu erwarten.“ Diese sollen besonders am Samstag mit Hagel und Starkregen zuschlagen, der Sonntag soll dann ruhiger werden. 

Der Nürburgring gilt mit seinen Gebäuden und Hügeln bei Gewittern als weniger gefährdet als die riesige Ebene in Mendig. Der Veranstalter hat hohe Blitzableiter in die Erde rammen lassen, die im Umkreis von 20 Metern Besuchern Schutz bieten sollen. Die sichersten Orte bei Gewittern seien Autos: Besucher, die im Fall eines Sturms freie Plätze in den Fahrzeugen haben, sollen dies mit angeschaltetem Warnblinker signalisieren.
Dennoch ist die Stimmung unter den Fans hervorragend. Alle freuen sich auf den Ring.
 
Info
Es gibt keine Tickets mehr

Sowohl Rock am Ring als auch das Zwillingsfestival Rock im Park in Nürnberg, beide laufen parallel vom 2. bis zum 4. Juni, sind komplett ausverkauft. 90.000 Besucher werden in der Eifel erwartet, 85.000 in Nürnberg. 

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