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Sturm «Xavier» rauscht über die Region - Bahn stellt Verkehr im Norden komplett ein - Frau von Baum erschlagen

(Trier/Offenbach) Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Sturmböen in Deutschland. Auch die Region ist betroffen. Tief «Xavier» tötet in Norddeutschland eine Frau. Der Zugverkehr kommt vielerorts zum Erliegen. Flüge fallen aus. Die Hamburger Feuerwehr fordert die Bürger auf, nicht vor die Tür zu gehen.

05.10.2017
Redaktion
(dpa) - Sturmtief «Xavier» ist am Donnerstag über Deutschland gefegt und hat mindestens einen Menschen getötet. Ein Baum sei in Hamburg auf das Auto des Opfers gefallen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Polizei zufolge handelte es sich um eine Frau. Der Bahnverkehr wurde auf vielen Strecken komplett lahmgelegt. Betroffen war vor allem der Norden. Auch auf den Fernverkehrsstrecken Berlin-Hannover und Berlin-Hamburg rollten zunächst keine Züge mehr. Das teilte ein Bahnsprecher mit. Man wolle so vermeiden, dass Züge auf offener Strecke liegenbleiben.

Die Hamburger Feuerwehr forderte die Bevölkerung auf, wegen des Sturms nicht vor die Tür zu gehen. Neben der Frau, die starb, seien mindestens zehn weitere Menschen bei dem Unwetter verletzt worden. In Hamburg habe die Feuerwehr binnen zweier Stunden über 600 sturmbedingte Einsätze gehabt.

Auch in Hannover rückten die Einsatzkräfte wegen umgestürzter Bäume und abgerissener Dachverkleidungen aus. Ein Ast durchschlug die Windschutzscheibe eines fahrenden Autos. Bei Holzminden (Niedersachsen) wurde eine Kreisstraße von einem umgestürzten Baum blockiert, außerdem stürzte ein Baum auf drei Autos - verletzt wurde jedoch niemand. In Werlte bei Osnabrück krachte ein Autofahrer in einen umgestürzten Baum.

«Warnung für Hamburg. Halten Sie sich aktuell nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich», twitterte die Feuerwehr des Stadtstaates. Ein Sprecher sagte, die Feuerwehr der Hansestadt sei wegen mehrerer eingeklemmter Personen und umgestürzter Bäume zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Es liefen Dutzende Notrufe ein.

Das Sturmtief brachte den Bahnverkehr in ganz Norddeutschland zum Erliegen. Die Bahn stellte den Zugbetrieb in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen und auch den S-Bahnverkehr in Hamburg bis auf weiteres ein. Ursache waren auf die Gleise oder in die Oberleitungen gewehte Bäume. Auch Teile von Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern waren von Zugausfällen tangiert.

Auch die Hamburger U-Bahn war nach Angaben der Hochbahn betroffen. Aus Sicherheitsgründen gelte auf allen oberirdischen Strecken ein Tempolimit von 40 km/h, twitterte die Hochbahn.

Flugreisende mussten ebenfalls Einschränkungen hinnehmen. Wegen des heftigen Sturms im Norden mussten etliche Verbindungen ausfallen. Der Flughafen Bremen meldete drei gestrichene Flüge von und nach Amsterdam sowie eine abgesagte Maschine aus Istanbul. Auch in Hannover fielen Verbindungen mit der niederländischen Hauptstadt sowie nach Istanbul aus. In Hamburg fuhr die S-Bahn nicht mehr zum Airport. Auch wurde mit Verspätungen bei den Flügen gerechnet.

Die Internationale Gartenausstellung (IGA) in Berlin blieb wegen der Unwetterwarnung erstmals in diesem Jahr komplett geschlossen. Der Deutsche Wetterdienst hatte vor orkanartigen Böen gewarnt.

Vorhersage für die Region

Über Rheinland-Pfalz sollen laut DWD zwischen 6 und 18 Uhr Böen mit bis zu 85 Kilometern pro Stunde hinwegwehen, anfangs aus westlicher, später aus nordwestlicher Richtung. In offenen, ungeschützten Gebieten sollen sogar schwere Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 95 Kilometern pro Stunde auftreten. 

Am Freitag beruhigt sich die Lage laut Informationen des DWD etwas, es sind aber immer noch Schauer und einzelne Gewitter mit stürmischen Böen wahrscheinlich. 

Weitere Informationen direkt beim  Deutschen Wetterdienst: http://www.dwd.de