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Verkauf des Nürburgrings beginnt im März

(Mainz) Die Nürburgring-Sanierer Thomas B. Schmidt und Jens Lieser leiten Ende März, Anfang April den Verkaufsprozess für die Immobilien an der Eifel-Rennstrecke ein. Rund 30 Interessenten haben sich bereits bei ihnen gemeldet. Dossier zum Thema: Nürburgring

28.02.2013
Frank Giarra
Diskriminierungsfrei, europaweit, transparent und bedingungsfrei: So muss nach den Vorgaben der EU-Kommission der Verkaufsprozess für den Ring ablaufen. Es handle sich keinesfalls um ein Verfahren, wie man es nach deutschem Recht, etwa bei einer öffentlichen Bauausschreibung, kenne, betont Ring-Sanierer Jens Lieser. Während bei einer solchen Ausschreibung am Ende immer definitiv der beste Bieter gewinne, könnten die Verantwortlichen beim Nürburgring ein Angebot annehmen, müssten es aber nicht. Es bestehe juristisch kein „Kontrahierungszwang“, also keine Pflicht.
 
Um Befürchtungen entgegenzutreten, dass der Verkauf im Eilverfahren abläuft und regionale Interessen vernachlässigt werden könnten, betont Lieser: „Der Ring wird nicht um jeden Preis verkauft. Es wird auch nichts durchgezogen.“ Der Prozess müsse aber zügig gehen. Nach wie vor laufe ein EU-Beihilfeverfahren, in dem geprüft werde, ob verbotene staatliche Subventionen in die Eifel flossen. Sollte Brüssel am Ende zu diesem Schluss kommen, wären finanzielle Rückforderungen die Folge – was für den Ring das Aus bedeute.
 
Die Sanierer setzen auf Investoren, die ein nachhaltiges Geschäft am Nürburgring betreiben wollen. Bis zu 30 Interessenten hätten sich schon gemeldet, darunter etwa zehn, die nach erster Einschätzung gute Chancen haben könnten, berichtet Lieser.
 
Öl-Scheichs oder russische Oligarchen, die nur Interesse an einer Privatrennstrecke hätten, seien nicht darunter. Auch Angebote aus Düsseldorf würden berücksichtigt, sagt Lieser unter Anspielung auf die ehemaligen Pächter Jörg Lindner und Kai Richter, die angekündigt hatten, sich beteiligen zu wollen.
 
Frühestens Ende August soll die zweite Phase des Verkaufsprozesses mit Detailverhandlungen starten. Die Sanierer hoffen, dass Ende des Jahres alles entscheidungsreif ist.