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Was ist im Fall der Fälle zu tun?

(Trier) Beruhigen, befreien, beatmen: Im Notfall müssen Ersthelfer schnell das Richtige tun. Volksfreund.de hat für vier Notfall-Szenarien Kurzanleitungen zusammengestellt.
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Trier. Im Notfall Hilfe zu leisten, ist nicht nur ein Gebot der Nächstenliebe. Es ist auch eine rechtliche Pflicht. Eine Pflicht, der in Deutschland offenbar viele Menschen nicht nachkommen (können) - einfach, weil sie nicht wissen, was zu tun ist. Hilfsdienste raten daher dazu, alle zwei bis drei Jahre einen Auffrischungskurs in Erster Hilfe zu absolvieren. Hier (sehr verkürzt) einige Tipps für das richtige Verhalten im Notfall:

Szenario Herzinfarkt: Der Herzinfarkt ist eine der Haupttodesursachen in Deutschland. Die klassischen Symptome sind ein Engegefühl in der Brust, Luftnot und starke Schmerzen hinter dem Brustbein, die oft in den linken Arm, Unterkiefer oder den Rücken ausstrahlen. Das Gesicht ist blassgrau, meist schweißnass. Bei Frauen verläuft ein Infarkt laut DRK oft "untypisch" und wird deshalb nicht immer rechtzeitig erkannt: Frauen klagen seltener über Brustschmerzen, dafür aber häufiger über Luftnot, Oberbauch- und Rückenschmerzen.
Maßnahmen, wenn der Betroffene bei Bewusstsein ist: Sofort (!) 112 anrufen. Den Menschen ansprechen, beruhigen, bequem lagern, enge Kleidung öffnen, für frische Luft und Ruhe sorgen.

Szenario Bewusstlosigkeit: Wer bewusstlos ist, kann weder schlucken noch husten, noch verhindern, dass die Zunge die Atemwege verschließt. Daher besteht Erstickungsgefahr. Maßnahmen: Wer einen Bewusstlosen findet, sollte zunächst laut um Hilfe rufen. Falls die Atmung normal ist, heißt das Zauberwort "stabile Seitenlage": Der Bewusstlose wird mit einem angewinkelten Bein und angewinkelten Armen so auf die Seite gedreht, dass Blut oder Erbrochenes abfließen können und er frei atmen kann. Anschließend: Notruf 112.

Szenario Kreislaufstillstand: Wenn der Betroffene - zum Beispiel nach einem Herzinfarkt - bewusstlos ist und nicht atmet (oder Zweifel daran bestehen), muss laut DRK nach dem Notruf umgehend mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden: 30-mal Herzdruckmassage und zwei Mal Atemspende im Wechsel. Und zwar so lange, bis der Rettungsdienst eintrifft oder der Betroffene wieder normal zu atmen beginnt. Steht ein Defibrillationsgerät zur Verfügung, sollte man dieses einsetzen. Solche Geräte geben Sprachanweisungen.

Szenario Autounfall: Das eigene Auto sollte man mit mindestens zehn Meter Sicherheitsabstand abstellen, eine Warnweste anziehen, den Warnblinker einschalten, ein Warndreieck aufstellen und den Notruf 112 wählen. Möglicherweise müssen Verletzte befreit werden: Gurt lösen oder durchschneiden, Bewusstlose an der fernen Hüfte fassen und mit dem Rücken zur Tür auf die Sitzkante ziehen, im Rettungsgriff fassen, vorsichtig aus dem Fahrzeug ziehen, an einen sicheren Ort bringen und dort weiterversorgen.

 


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  • Ressort: Heute im Trierischen Volksfreund
    • Autor: Katharina Hammermann
    • Dossier: Pflege
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