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aus unserem Archiv vom 16. April 2010
Autor: Von unserem Mitarbeiter Hermann PützOrt: Drucken  E-Mail

Absage an Bürgerhaus

Mit großer Mehrheit stimmte Merzkirchens Gemeinderat noch vor zwei Jahren für den Ausbau der alten Schule in Portz zum zentralen Bürgerhaus. Inzwischen ist das 400 000-Euro-Vorhaben wieder vom Tisch. Denn: Der Gemeinde fehlt das nötige Geld, und potenzielle Bürgerhaus-Nutzer gibt es nur wenige.

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Merzkirchen. Die Idee war, ein zentrales Bürgerhaus zu schaffen, in dem sich das Gemeinde- und Vereinsleben konzentriert - mit allem, was das Herz begehrt: Veranstaltungsräume, Fitnessbereich, behindertengerechte Toiletten, ein neues Energiekonzept. Um das Gebäude herum sollten Parkplätze, eine Grillecke und ein Kinderspielplatz entstehen. Das vom Kanzemer Planungsbüro Vollmuth erarbeitete Umbau- und Nutzungskonzept für die alte Portzer Schule überzeugte Merzkirchens Ratsherren. Mit großer Mehrheit beschlossen sie vor zwei Jahren die Umsetzung (der TV berichtete).
 
Inzwischen ist die anfängliche Begeisterung verflogen. Denn: "Die hohen Umbaukosten stehen in keinem guten Verhältnis zum Nutzen, den die Gemeinde von dem Bürgerhaus hätte", sagt Ortsbürgermeister Martin Lutz. Mit rund 420 000 Euro war die Maßnahme veranschlagt worden. Zwar wäre eine Hälfte davon aus der Dorferneuerung gekommen, aber den Rest hätte die Gemeinde beisteuern müssen: 100 000 Euro aus Krediten und 110 000 Euro als Eigenleistung von den Bürgern. Nicht nur im Gemeinderat, auch in der Bevölkerung herrscht laut Lutz derweil die Meinung vor, dass 420 000 Euro zu viel sind für das mit 720 Einwohnern relativ kleine Merzkirchen. Richtig ins Wanken kam das Umbau-Vorhaben Anfang 2009, als der Musikverein Körrig ankündigte, seine Proben in Zukunft nicht mehr in der alten Schule beziehungsweise im künftigen Bürgerhaus abzuhalten. "Der Verein will in Körrig einen eigenen Raum bauen", berichtet Lutz und ergänzt: "Man muss die Leute verstehen. Denn fast alle Musiker wohnen in Körrig. Da macht es Sinn, dass sie auch dort üben." Ein Privatmann, der in der Schule Fitnesskurse gab, erklärte später ebenfalls seinen Rückzug. Als Dauernutzer verbleiben damit nur die Jugendgruppe und der Mieter der ehemaligen Lehrerwohnung. "Darüber hinaus besteht für ein Bürgerhaus derzeit kein Bedarf", sagt Orts-Chef Lutz. So habe der Merzkirchener Sportverein schon länger sein eigenes Domizil, und der Kirchenchor probe im örtlichen Jugendheim, wo auch der Gemeinderat tagt, und das für (Privat-)Veranstaltungen zur Verfügung steht.
 
Obwohl der Ausbau der Schule in Portz in der bisher geplanten Form vom Tisch ist, will Lutz weiter daran festhalten. "Allerdings brauchen wir ein komplett neues Umbau- und Nutzungskonzept", sagt er. Einen Zeitplan gebe es derzeit aber nicht. Lutz: "Wir werden das Thema Bürgerhaus irgendwann noch mal diskutieren."


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