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aus unserem Archiv vom 15. Juni 2012
Autor: Christian Kremer Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Wiltingen Drucken  E-Mail

Die schönste Mosel-Weinsicht ist an der Saar

Sieger bei der Premiere: Der Blick von den Weinbergen der Wiltinger Kupp ins Saartal ist zur Schönsten Weinsicht 2012 im Weinanbaugebiet Mosel gewählt worden. Am Freitag wurde ein Kunstwerk enthüllt, das den Aussichtspunkt ziert.

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Das Wetter ist mies am Freitag, trotzdem ist die Sicht auf die Steillagen und die Schleife des Altarms der Saar zwischen Wiltingen und Kanzem herausragend. Auf der Wiltinger Kupp, oberhalb der K.133 zwischen Konz und Wiltingen mitten in einem Weinhang der Bischöflichen Weingüter ist ein blauer Pavillon aufgebaut. Trotz Dauerregens am Morgen sind am Vormittag viele Gäste und Medienvertreter gekommen, um sich die schönste Weinsicht 2012 im Anbaugebiet Mosel anzusehen und ein Glas Riesling zu trinken.
 
„Aha hier sind wir richtig“, sagt Weinbaupräsident Rolf Haxel, erster Vorsitzender des Moselwein e.V., während er die Aussicht genießt und seine Gäste begrüßt. „Dieses Motiv hatte mit Abstand die meisten Klicks im Weinanbaugebiet Mosel bekommen – Respekt!“ Damit spielt er auf das demokratische Abstimmungsverfahren an. Nicht Touristiker oder Weinbaufunktionäre haben sich die Weinsichten ausgesucht, sondern Internetbenutzer. Das Deutsche Weininstitut (DWI) hat den Wettbewerb für 13 deutsche Weinanbaugebiete ausgeschrieben – darunter die Mosel, ehemals Mosel-Saar-Ruwer (siehe Extra). Deutschlandweit standen 113 Weinsichten zur Wahl. Der Blick auf den Altarm der Saar und den Kanzemer Altenberg, zu dessen Füßen das Weingut Othegraven von Günther Jauch liegt, hat sich gegen elf andere Weinsichten an Mosel und Saar durchgesetzt und die meisten der 4000 abgegebenen Stimmen erhalten.
 
Zur Erinnerung an den Sieg enthüllen Moselweinkönigin Andrea Schlechter und Saar-Obermoselweinkönigin Maria Steffes ein Kunstwerk im Namen der Weinwerbung ein Kunstwerk – eine drei Meter hohe Stele aus zwölf Millimeter starkem Stahl, die eine stilisierte Weintraube darstellt. Sie wurde nach einer Zeichnung des Mainzer Künstlers Ulrich Schreiber per Laser aus Metall geschnitten.
 
Besonders stolz, dass der Sieger aus der Verbandsgemeinde Konz stammt, war Bürgermeister Karl-Heinz Frieden. Er hofft darauf, dass solch ein Erfolg das Prestige der Saar-Obermosel-Region vergrößert. Als Weinexperte – er ist promovierter Agraringenieur – weist er auf die Bedeutung des Saarweins hin. Von der Wiltinger Kupp seien zum Beispiel mit dem Scharzhofberg und dem Kanzemer Altenberg zwei der berühmtesten Weinlagen der Region zu sehen. Dass Moselwinzer neidisch seien, weil ein Aussichtspunkt an der Saar gewonnen habe, habe er noch nicht mitbekommen, sagt Ansgar Schmitz, Geschäftsführer des Moselwein e.V. Für die anderen nominierten Weinsichten im Anbaugebiet – zum Beispiel Panoramablicke auf die Weinlandschaften bei Igel, Nittel, Bernkastel-Kues, Detzem, Erden oder Piesport – gibt es noch eine Chance. Schmitz und Frank Schulz vom DWI versprechen eine Neuauflage des Wettbewerbs – vielleicht 2014.
 
 
Teilnahmekriterien: Der Aussichtspunkt darf nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sein und muss kostenlos zugänglich sein. Er soll zum Verweilen einladen und einen spektakulären Blick auf die Weinlandschaft bieten. Die neue Stele an der Wiltinger Kupp ist über den Saar-Weinwanderweg durch die Weinbergslagen Wiltinger Gottesfuß und Witlinger Kupp bei Wiltingen zu erreichen.
 
Zum Weinanbaugebiet Mosel gehören auch die Nebentäler von Saar und Ruwer. Bis 2006 hieß das Gebiet Mosel-Saar-Ruwer. Nach der Erneuerung des Bundesweingesetzes wurde das Gebiet umbenannt. cmk
 



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