Winzer Helmut Herber aus Perl, Präsident des Saarländischen Winzerverbandes und Mitorganisator des Weinmarktes, ist trotz der Absage der eingeladenen französischen Kollegen vom grenzüberschreitenden Konzept des Internationalen Perler Weinmarktes überzeugt: "Es ist ja unsere erste derartige Veranstaltung. Im nächsten Jahr sind auch unsere grenznahen Freunde aus Frankreich und Luxemburg dabei."
Bayrische Klänge an der Mosel
Bereits dabei war der Seniorenclub aus dem mittelalterlichen Städtchen Sierck-les-Bains an der französischen Mosel. Die Senioren schwitzten vor dem selbstgebauten runden Backofen mit offenem Feuer und schoben mit langen Schießbrettern Teigfladen in den Ofen. Der dünngebackene Flammkuchen mit Crème Fraiche und viel Speck war der Renner auf dem Fest.
Höhepunkt der Veranstaltung war der rund dreistündige Auftritt des renommierten Bundespolizei-Orchesters aus München. Dirigent Stefan Weber aus dem Nachbarort Tünsdorf kam aus zwei Gründen nach Perl: "Wir engagieren uns für die europäische Verständigung, und als Tünsdorfer Junge komme ich gerne hierher. Natürlich ist unser Auftritt kostenlos." Unter seiner Leitung erklangen Flöten, Hörner, Klarinetten, Saxophone, Trompeten und Posaunen in einer selten gehörten Qualität. Das Repertoire umfasste Stücke von George Gershwin und Benny Goodman, die Bohemian Rhapsodie von Queen und ein Medley aus den 50er-Jahren.
Natürlich durfte der Bayrische Defiliermarsch nicht fehlen. Weber erklärte schmunzelnd die neuen blau-weißen Uniformen seiner 44 Musiker: "Aus dem Bundesgrenzschutz-Orchester ist seit 1. Juli das Bundespolizei-Orchester geworden." Aber hauptsächlich drehte sich sprichwörtlich alles um den Wein, und der Perler Pastor Uwe Jansen fuhr mit der Saarländischen Weinkönigin Myriam I. eine Ehrenrunde auf dem Kettenkarussell.
Jansen hatte zwischen einer Hochzeit und einem Kindergottesdienst noch Zeit für ein Glas Wein: "Schließlich bin ich der einzige saarländische Moselpfarrer im Schengener Wein-Dreiländereck."
Weinkönigin Myriam Müller war etwas frustriert: "Leider bin ich jetzt immer ohne Prinzessin unterwegs, aber das Amt macht mir einen Riesenspaß."
Eine gutgelaunte Gruppe luxemburgischer Nachbarn stand am Stand der Caves du Sud aus Remerschen. Einer meinte: "Unser Crémant schmeckt auch hier in Perl."
Auch den Stand der Moselland-Winzergenossenschaft aus Bernkastel-Kues umlagerten Besucher in Doppelreihen. Winzer Erwin Foetz aus Perl-Sehndorf erklärte seine Anwesenheit: "Unsere Genossenschaft hat immerhin 25 Hektar Weinberge in Perl."
Zum sonntäglichen musikalischen Frühschoppen war auch der saarländische Minister für Wirtschaft und Arbeit, Hanspeter Georgi, als Schirmherr erschienen. Er hoffe auf eine regere Teilnahme der französischen und luxemburgischen Winzer im nächsten Jahr, sagte er. Vermarkter aus der Dreiländerregion boten auf dem ganztägigen Bauernmarkt ihre selbst erzeugten Spezialitäten an. Die Kleinen spielten begeistert beim lustigen Kinderprogramm mit, und viele Besucher probierten von der großen Auswahl am Kuchenbüfett. Die Kewels Brass des Tünsdorfer Musikvereins brachte die Zuhörer in Schwung.
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