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aus unserem Archiv vom 08. Juli 2012
Autor: Daniel John Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Saarburg Drucken  E-Mail

Ein Saitensprung und seine Folgen

Ein Italiener und zwei Bayern auf Tour in den Süden: Der Liedermacher Pippo Pollina und das Duo Schmidbauer & Kälberer haben sich zu einem Trio zusammengefunden. Die gut 200 Besucher haben in Saarburg ein stimmungsvolles Konzert erlebt - wenn auch nicht an der Burg, sondern in der Stadthalle.

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Saarburg. Mit einer gerissenen Gitarrensaite hat alles begonnen: Dieses Missgeschick widerfuhr dem Sizilianer Pippo Pollina bei einem Konzert im oberbayerischen Bad Aibling. Der Liedermacher wandte sich hilfesuchend ans Publikum - und darunter war zufällig auch sein ihm damals noch unbekannterMusikerkollege Werner Schmidbauer. Der zog eine neue Saite auf und rettete so den Abend.
Die Folgen konnten die gut 200 Konzertbesucher am Freitagabend in der Saarburger Stadthalle erleben; denn aus dem Saitensprung hat sich eine fruchtbare musikalische Dreierbeziehung entwickelt: mit Schmidbauers Duo-Partner Martin Kälberer als Drittem im Bunde.
Dass sich die drei Musiker so gut verstehen, dafür hat Schmidbauer eine einfache Erklärung: "Die Sizilianer sind ja sozusagen die Bayern Italiens." Außerdem sei Pollina der "wohl einzige lebende Italiener", der im Refrain die Zeile "wo ois so is, wia\'s gheat" (wo alles so ist, wie es sein soll) akzentfrei singen könne.
Die Saarburger Ohren mussten sich also gleich in zwei Fremdsprachen einhören: Italienisch und Oberbayrisch. Doch die Erklärungen der Musiker - Pollina spricht im Vergleich zu Schmidbauer das reinere Hochdeutsch - halfen beim Verständnis. Fröhliche Klänge und Texte wechselten sich dabei ab mit nachdenklichen Liedern.
Denn "Süden", so das Motto der Tournee, das ist nicht nur das sizilianische Straßenfest, sondern auch Krieg, Hunger und Elend auf der Südhalbkugel der Erde.
Der besondere Reiz des Trios entsteht dadurch, dass die drei Musiker gemeinsame Stücke schreiben, die Lieder des jeweils anderen übersetzen oder um eigene Strophen ergänzen.
So gab es auch für die vielen Stammgäste, die Pollina seit Jahren kennen und schätzen, viel Neues zu entdecken. Stürmischer Beifall vom Publikum war der Dank dafür.
Einziger Wermutstropfen: "Schade, dass das Konzert nicht draußen stattgefunden hat", fand Gisela Merz aus Beurig stellvertretend für viele. Verantwortlich dafür: einerseits der Streit zwischen Veranstalter Christof Kramp und Restaurantbetreiber Harald Wallrich-Veit um die Burganlage als Spielort (der TV berichtete), andererseits der im Vorfeld unsichere Wetterbericht. So war Kramp auf Nummer sicher gegangen und hatte das Konzert in die Stadthalle verlegt.
Der guten Stimmung tat das aber keinen Abbruch, denn wie sang Pollina zum Abschluss: "La vita è bella così com\'è" - Das Leben ist schön, so wie es ist.
Extra
Der aus Sizilien stammende Liedermacher Pippo Pollina lebt in der Schweiz. Im kommenden Jahr legt er eine schöpferische Pause ein, um neue Lieder zu schreiben und eine neue CD aufzunehmen. Lediglich zu seinem 50. Geburtstag wird er drei Konzerte in Zürich geben (17., 18. und 19. Mai). In die Region Trier kommt Pollina voraussichtlich wieder im Jahr 2014. daj Info: www.pippopolina.com




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