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Ein Trog am Fuß der Ayler Kupp

(Ayl) Der Landesbetrieb Mobilität Trier hat in Ayl die Planung für die Ortsumgehung B 51 vorgestellt. Vor fast genau 51 Jahren war die Straße bereits Thema im Ortsgemeinderat.

05.04.2017
Herbert Thormeyer
Ayl Es mutet schon fast historisch an. Am 1. April 1966 hat der Ayler Ortsgemeinderat in seinem Aufstellungsbeschluss zum Neubaugebiet An der Rundwies bereits ein Stück der B 51 entlang der Ayler Kupp mit eingeplant. Der heutige Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger sagt: "Jeder, der dort baute, wusste doch, dass es dort einmal in der Nähe eine Bundesstraße geben wird."
Es gab ein Bauverbot an der heutigen B 51, das 1983 vom damaligen rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Heinrich Holkenbrink wieder aufgehoben wurde. "Bereits in den 70er Jahren waren wir im vordinglichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans", schildert Büdinger die lange Geschichte der Trasse weiter. In den 80er Jahren wurde die Dringlichkeit wieder zurückgestuft. Im November 2001 gab es bereits eine Umweltverträglichkeitsstudie.
"Inzwischen bekommt Könen seine Umgehung und wir immer noch nicht", bedauert der Ortschef. Erst Ende 2016 wurde die Ayler Umgehung wieder in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen.
Die aktuelle Planung stellte Hans-Michael Bartnick vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) vor. Demnach wird die Trasse nahe an der Ayler Kupp verlaufen und zwei Anknüpfungspunkte an die bestehende B 51 bekommen. Drei Überführungsbauwerke - und zwar an der Grünschnittsammelanlage, unterhalb des Gewerbegebietes und eine sogenannte Troglösung an der Kreisstraße 131 - sollen gebaut werden. Die Trogkonstruktion bedeutet eine Tieferlegung der Straße, damit die Überführung nicht zu hoch wird.
Der Ayler Rat will aber eine vierte Überführung an einem Wirtschaftsweg. Die Begründung laut Büdinger: "Dieser Weg wird von Touristen, Wanderern und Radfahrern genutzt - und auch von Kindern, um auf den Sportplatz zu kommen." 2,3 Kilometer lang soll die Umgehung werden.
Hans-Michael Bartnick, stellvertretender Leiter des LBM Trier, skizzierte die nächsten Schritte in Sachen Ayler Umgehung. Zunächst steht demnach die Priorisierung der landesweiten Bedarfsplan-Projekte durch das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium an. Nicht alle Projekte des Bedarfsplans könnten aus Kapazitätsgründen gleichzeitig begonnen werden, sagt Bartnick.
Zu gegebener Zeit beginne der LBM Trier dann mit der Detailplanung für Technik und Ökologie. Diese erfordere etwa zwei Jahre. Das anschließende Planfeststellungsverfahren, bei dem Rechtsmittel eingelegt werden könnten, dauere einige Zeit. Für die Bauvorbereitung und den Bau plant Bartnick mindestens drei Jahre ein. Zusammenfassend sagt der LBM-Mann: "Wenn alles optimal läuft, könnte der Verkehr Mitte nächsten Jahrzehnts über die Ortsumgehung fließen."