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Ein kleiner Felsvorsprung rettet ihr das Leben: Frau stürzt bei Kastel-Staadt einen Abhang hinab

Dramatischer Einsatz für die Höhenretter der Feuerwehr in Kastel-Staadt in der Nacht zum Freitag

(Kastel-Staadt) Der Absturz von einem Felsplateau in Kastel-Staadt hätte eine Frau in der Nacht zu Karfreitag fast das Leben gekostet. Die Höhenretter der Beuriger Feuerwehr befreiten sie in einem dramatischen Einsatz.

25.03.2016
Michael Schmitz
Es muss eine schöne Feier gewesen, denn sie läuft bis tief in die Nacht hinein. In einem Bauwagen auf einem privaten Grundstück am Rande des Neubaugebiets in Kastel-Staadt („Im Ferl“) feiert in der Nacht zu Karfreitag eine kleine Gruppe, darunter auch Einheimische. Auf dem Heimweg passiert dann einer 50-jährigen Frau, die selbst nicht aus Kastel-Staadt stammen soll, das Unglück: Sie fällt an einem Abhang unmittelbar hinter dem Bauwagen eine steile Felswand hinunter. Insgesamt geht es hier bis auf den Kasteler Felsenpfad, einen bekannten Wanderweg über der Saar, rund 50 bis 60 Meter steil den Berg hinunter. Rund 30 Meter unterhalb der Absturzstelle bleibt die Frau auf einem Felsvorsprung liegen, der nur wenige Quadratmeter groß ist – was ihr vermutlich das Leben rettet. 

Um 2.31 Uhr wird die Feuerwehr alarmiert. Weil es in Kastel-Staadt derzeit größere Straßenbaustellen gibt, werden mehr Wehren als üblich alarmiert. Rund 60 Helfer der umliegenden freiwilligen Feuerwehren, Notarzt, Rettungswagen und Polizei eilen zur Absturzstelle. Von unten aus sei der Felsvorsprung nicht zu erreichen. Von der Seite könne man zwar über einen steilen Abhang zum Felsen klettern, diesen aber nur durch einen knapp halben Meter breiten Spalt erreichen, erzählt Verbandsgemeindewehrleiter Bernhard Hein dem TV – Rettung sei auf diesem Weg nicht möglich, sie muss von oben erfolgen. Hein ist vor Ort, koordiniert die Arbeit der Wehren. Einen Teil der freiwilligen Helfer kann er schon bald wieder nach Hause schicken, ein Teil der Wehren wird aber gebraucht, um den Unglücksort auszuleuchten. 

Der Lebensgefährte der 50-Jährigen ist noch vor Eintreffen der Retter von der Seite aus zu seiner Freundin geklettert, bringt sich selbst damit in Gefahr und muss zunächst wieder in Sicherheit gebracht werden. Er klettert durch den schmalen Spalt zurück. Drei Wehrleute von der Höhenrettung aus Saarburg-Beurig seilen sich den Abhang hinunter zum Felsvorsprung ab. Die Frau ist ansprechbar, offensichtlich nicht lebensbedrohlich verletzt. Es ist unmöglich, den Notarzt auf den Vorsprung zu bringen, daher legen die Höhenretter sie in eine Schleifkorbtrage, die mit Seilzügen nach oben gezogen wird. Mit schweren Verletzungen wird die Frau sofort ins Krankenhaus gebracht. 

Es ist kalt, dunkel und zeitweise setzt auch noch Regen ein – trotzdem gelingt der schwierige Einsatz schnell und sicher. Bernhard Hein ist vollauf zufrieden: „Es ist super gelaufen. Die Höhenretter haben das professionell gemacht, da hat jeder Handschlag gepasst.“ Gegen 4.10 Uhr ist der Einsatz für die Feuerwehrleute beendet.

Die Saarburger Polizei hat Ermittlungen zur Ursache aufgenommen, die Frau soll alkoholisiert gewesen sein. Im Einsatz waren Feuerwehren aus Saarburg, Kastel-Staadt, Freudenburg, Taben-Rodt,Trassem und die Höhenrettung aus Saarburg-Beurig, Rettungswagen und Notarzt aus Saarburg sowie der DRK Ortsverein Saarburg mit einem Rettungswagen.

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