region/saarburg
11.05.2005
Von unserem Mitarbeiter
ELMAR KANZ

Hier kommt die Seele nicht zu kurz

WELSCHBILLIG. Ein Verein wie jeder andere ist der im Welschbilliger "Seminarhaus Schmiede" beheimatete "Verein zur Förderung persönlichen Wachstums" nicht. An Pfingsten feiert er sein zehnjähriges Bestehen.

Was bedeutet "Förderung persönlichen Wachstums", und wie sieht sie konkret aus? Aufschlussreich ist ein Satz des Arztes und Literaten Max Ehrmann (1872-1945), mit dem seine unter dem Titel "Desiderata" (Wünschenswertes) veröffentlichten Betrachtungen beginnen: "Gehe gelassen mitten durch Lärm und Hast dieser Zeit, und sei dir bewusst, was für ein Frieden in der Stille sein kann."

Die Philosophie, wonach Menschen in ihrer Weiterentwicklung gestärkt und gefördert werden können, setzt der Verein in vielerlei Varianten auf subtile Weise in die Praxis um. "Lust auf Gelingen" lautet die Devise. "Unsere Arbeit erfolgt gemäß dem Verständnis der Initiatischen Therapie von Professor Karlfried Graf Dürckheim und Dr. Maria Hippius Gräfin Dürckheim", informiert Vereinsvorsitzender Günter W. Remmert. Die Initiatische Therapie verstehe sich als Synthese aus östlich-meditativen Übungswegen und westlicher Psychotherapie. Sie entwickele sich durch die Begegnung mit neueren psychologischen Richtungen und spirituellen Erfahrungen ständig fort.

Remmert spricht Klartext: "Hier treffen sich Menschen, die ihr persönliches Wachstum als ständige Aufgabe verstehen, ihren Alltag bewusst und eigenverantwortlich zu leben." Dazu gehöre die Fähigkeit, ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln, seine persönlichen, sozialen und kreativen Kompetenzen zu erkennen und zu stärken, sich selbst zu motivieren und sich an Zielen zu orientieren. Um das zu erreichen, bediene man sich eines umfangreichen Kataloges individueller Aktivitäten und der Mitwirkung vieler Experten, Künstler und anderer Spezialisten. Therapiert im medizinischen Sinne werde nicht.

Remmert zufolge ist der Verein zur Förderung persönlichen Wachstums als Selbstläufer entstanden. Er berichtet: "Mit der Alten Schmiede in Welschbillig hatten wir, meine Frau Annette und ich, unser Traumhaus gefunden. Unter der Bezeichnung ,Seminarhaus Schmiede’ begannen wir 1989 unsere Seminare, die inzwischen auch Grundlage des seit zehn Jahren bestehenden Vereins sind." Gegründet worden sei der Verein 1995 auf Initiative einer Männergruppe im Seminarhaus Schmiede, deren Wunsch es war, über die Seminare hinaus in Kontakt zu bleiben, um sich auf dem Weg des persönlichen Wachstums gegenseitig zu unterstützen. Inzwischen hat der Verein über 70 Mitglieder, von der Schweiz bis zur Waterkant. Darunter auch Mediziner und Theologen, "weil die Seele heute zu kurz kommt". Geboten wird allen ein ständiges Forum der Begegnung. Seit seiner Gründung verwaltet der Verein einen Stipendienfonds. Damit werden Menschen unterstützt, die die Kosten einer Begleitung in der Schmiede nicht aus eigenen Mitteln aufbringen können. Jüngstes Projekt ist ein Gästehaus für Seminarteilnehmer.

Das Festprogramm an Pfingsten im Seminarhaus Schmiede zur Feier des zehnjährigen Vereinsjubiläums steht unter dem Motto: "Im Mittelpunkt die Lebensfreude". "Stimme und Körper als Ausdruck meiner Seele" heißt eine am 14. Mai um 10 Uhr beginnende und am 16. Mai um 13 Uhr endende Veranstaltung mit der Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin Stephanie M´Aria, die mit Humor und Spontaneität die Teilnehmer aus der Reserve lockt. Am 14. Mai um 20 Uhr lädt der Verein zur Mitgliederversammlung ein. Einem Konzert am 15. Mai um 20 Uhr folgt am 16. Mai um 10 Uhr die Vernissage der Ausstellung "Wolkenworte – Fotos von Wilfried Beege".

Empfehlungen

Kommentare