region/saarburg

Mehr Flair, mehr Leben, mehr Ayl

(Ayl) Eine Gesundheitshütte à la Mannebach, ein Dorfcafé und ein Klettersteig - diese und viele andere Vorschläge kamen von den 200 Bürgern bei der Auftaktveranstaltung der Dorfmoderation. Auch Hunde und Pferde waren ein Thema.

12.09.2017
Herbert Thormeyer
Ayl Das Dorf weiterzuentwickeln und dafür Zuschüsse vom Land zu erhalten - diese Chance haben die Ayler in den kommenden Jahren. Denn neben Freudenburg und Saarburg-Kahren gehört Ayl zu den drei Orten der Verbandsgemeinde Saarburg, die Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung sind. Das eröffnet die Möglichkeit einer Dorfmoderation. Planerin Christiane Hicking und Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger haben in der Auftaktveranstaltung rund 200 Bürger begrüßt, die an der Zukunftsgestaltung Ayls mitarbeiten wollen.
Dass der Weinort schon jetzt viel zu bieten hat, geht aus der Tatsache hervor, dass Ayl es im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" bis in den Landesentscheid geschafft hat. "Eine Entscheidung über die Platzierung steht noch aus", sagt der Ortschef.
Aber selbst etwas Gutes kann noch verbessert werden. Kunsthistorikerin Hicking vom Planungsbüro Hicking in Altenahr hofft auf "viele kleine Meilensteine" und fordert auf: "Sie dürfen ruhig auch mal Luftschlösser bauen. Man weiß ja nie, was sich da Tolles draus entwickeln kann."
Auf gut ein Dreivierteljahr ist der Moderationsprozess konzipiert. In dieser Zeit soll sich aus vielen kleinen Puzzlesteinen ein Gesamtbild der Zukunft des Dorfes zusammensetzen. Wichtig ist der Planerin, den demografischen Wandel im Auge zu behalten. Sie sagt: "Das spielt in viele Bereiche mit hinein, zum Beispiel, wie lange Kinder heutzutage noch draußen spielen."
Die Dorfmoderation hat auch einen direkten Vorteil für Hauseigentümer, und zwar nicht nur für diejenigen, deren Gebäude im ausgewiesenen Sanierungsgebiet liegen, denn es stehen jetzt mehr Beratungsangebote offen. "Selbst wenn Sie nur Ihr Haus streichen wollen, fragen Sie uns vorher, ob die Farbe ins Ortsbild passt", fordert Hicking auf. Vor allem locken aber üppige Zuschüsse, besonders wenn mit der Baumaßnahme die Infrastruktur aufgewertet wird oder sogar Arbeitsplätze geschaffen werden.
Über das Engagement in der Bürgerschaft fand die Planerin nur lobende Worte, denn Anfang des Jahres wurde schon intensiv über die Neugestaltung des Ortskerns mitdiskutiert, und Vorschläge wurden erarbeitet (der TV berichtete).
Karten und Kugelschreiber wurden an alle rund 200 Ayler im Jugendheim verteilt. Dann rauchten die Köpfe. Die Vorschläge füllten am Ende sechs Stellwände.
Neben ganz allgemeinen Forderungen wie das Ortsbild aufzuwerten und den Tourismus zu fördern kamen auch schon sehr konkrete Vorstellungen. Dazu gehörten, eine Gesundheitshütte mit Fitnessgeräten nach Mannebacher Vorbild zu eröffnen, ein Dorfmobil für Leute ohne Auto anzuschaffen, eine Ehrenamtsbörse und mehr Berührungspunkte der Generationen im Alten Schloss und der benachbarten Kita zur organisieren.
Weitere Ideen waren, Obst und Gemüse mitten im Dorf anzupflanzen, ein Dorfcafé ins Leben zu rufen, mehr Spielmöglichkeiten für Kinder zu schaffen sowie mehr Infotafeln aufzustellen, einen Teenietreff zu organisieren und einen Klettersteig an der Saar einzurichten.
Auffallend viele stören die Hinterlassenschaften von Hunden, und jemand forderte: Hundebeutelspender, auch für Pferde.
Extra: DIE NÄCHSTEN TERMINE

Mit der Dorfmoderation geht es bereits am Donnerstag, 28. September, um 19 Uhr im Bürgerhaus weiter. Thema: die Gestaltung des Ortskerns, über die in einer Infoveranstaltung schon diskutiert wurde. Weitere Termine sind für Donnerstag, 19. Oktober, und 9. November, jeweils um 19 Uhr vorgesehen. Die Themen werden noch bekanntgegeben. Wer Christiane Hicking seine E-Mail-Adresse hinterlässt, wird von ihr immer aktuell über den Stand der Dorfmoderation informiert. Ihr Büro in Altenahr ist unter Telefon 02643/ 900033 und Mail info@buero-hicking.de zu erreichen sowie über die Homepage www.buero-hicking.de