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Nach Schüler- und Elternprotesten tritt Rektorin in Wincheringen zurück

(Wincheringen) Die kommissarische Leiterin der Grundschule in Wincheringen hat nach Querelen an der Einrichtung ihre Leitungsaufgaben auf eigenen Wunsch niedergelegt.

16.02.2017
Marion Maier
Acht von 13 Lehrern der Grundschule Wincheringen haben einen Versetzungsantrag gestellt. Eltern haben gegen die Zwangsversetzung eines Lehrers protestiert und sich mit Kritik an der Schulleitung und der Bitte um Hilfe ans Bildungsministerium gewandt (TV vom 11. Februar). Vor diesem Hintergrund ist die kommissarische Leiterin der Schule - sie hat dieses Amt erst im vergangenen Jahr übernommen - zum Beginn der Woche zurückgetreten.

Eveline Dziendziol, Pressesprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), sagte auf TV-Anfrage: "Die bisherige Schulleiterin hat die Leitungsaufgaben auf eigenen Wunsch niedergelegt. Bis auf weiteres wird die Leitung der Schule vom Kollegium im Team wahrgenommen. Verantwortliche Ansprechperson ist die dienstälteste Kollegin, die das Team koordiniert und nach außen vertritt." Dies sei mit dem Kollegium so vereinbart worden. Die Schulleitungsstelle werde so schnell wie möglich ausgeschrieben.

Durch die in der vergangenen Woche erfolgte Versetzung eines Lehrers fehlen nun bereits zwei Lehrkräfte im kleinen Kollegium. Wie geht es weiter? Dazu teilt Dziendziol mit: "Zurzeit sind schon 13 Stunden über PES-Verträge ersetzt." PES steht für Projekt erweiterte Selbstständigkeit. Über dieses Projekt könnten Schulen kurzfristig auftretende Versorgungslücken schließen. Sie erhielten ein bestimmtes Budget und könnten sich aus einem Lehrer-Pool mit Vertretungskräften versorgen.

Weitere 15 Stunden kommen laut der Pressesprecherin ab Donnerstag, 23. Februar, hinzu. Ab Ende März solle noch eine weitere Lehrkraft eingestellt werden. Doch sind laut Dziendziol zudem noch einige Lehrer erkrankt. Die für einige Eltern unerfreuliche Folge: Unterricht fällt aus.

Dziendziol: "In dieser Woche werden je zwei Klassen im Wechsel zu Hause gelassen, um die Vertretung organisieren zu können. Schüler, die nicht zu Hause betreut werden können, werden in der Schule betreut." Sie nehmen in anderen Klassen am Unterricht teil.

Trotz dieses Hintergrunds räumt die ADD-Sprecherin dem versetzten Lehrer keine Chance auf Rückkehr ein. Der Mann musste die Schule vergangene Woche gegen seinen Willen verlassen. Das hatte zu Elternprotesten geführt. Dziendziol: "Da dienstliche Gründe für die Abordnung/Versetzung vorliegen ist die Rückkehr nicht möglich." Nach TV-Informationen will der Lehrer seine Versetzung anfechten.

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