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Radweg eröffnet Chance im Tourismus

SOMMERAU. Das mit 72 Einwohnern kleinste selbstständige Dorf im Kreis Trier-Saarburg hat einen neuen Ortsbürgermeister. Jürgen Flesch hat Walter Kiewel abgelöst, der das Amt 15 Jahre inne hatte.

17.09.2004
Von unserem Mitarbeiter
DIETMAR SCHERF
Ein harmonisches und gemeinschaftliches Dorfleben ist für "den Neuen" erste Voraussetzung bei der Wahrnehmung seines neuen Amtes. Der Polizeibeamte will ausschließlich auf eine gute Teamarbeit setzen. Der Gemeinderat ist eine gut überschaubare Einheit. Die sieben gewählten Volksvertreter wollen sich für die Gemeinschaft, den Ort und seiner Pflege sowie den Erhalt dessen einsetzen, was die Vorgänger geschaffen haben. Flesch: "Bei der Verwirklichung von gemeinsamen Zielen hat stets die Dorfbevölkerung tatkräftig mitgearbeitet. An dieser guten Eigenschaft wollen wir, auch angesichts der schlechten Finanzlage, festhalten."

In Sommerau gibt es keine politischen Parteien

Die Vorzeichen für das Erreichen der Ziele und Wünsche stehen gut. Der zweifache Familienvater: "In Sommerau gibt es keine politischen Parteien, deshalb können wir grundsätzlich an einem Strang ziehen."

Das Wahrzeichen des idyllischen, kleinen Ortes ist die Burgruine aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist auf einem Felssporn erbaut, der an drei Seiten von der Ruwer umflossen wird.

Die Burganlage misst etwa 40 mal zehn Meter und ist Anziehungspunkt für viele Ausflügler. Sommerau liegt zwar versteckt, zeigt jedoch eine gute Mischung zwischen Kultur- und Naturlandschaft. So ist das schöne Zusammenspiel von Bach, Weinbergen und Ruine bemerkenswert.

Zwei Grobziele hat Flesch mit seinem Rat im Visier. Zunächst will er einen "Freundeskreis Burg Sommerau" gründen.

Er soll kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen im Bereich der Burg planen und verwirklichen und die Vergangenheit des Ortes aufarbeiten. Mit der "Denkmalzone Sommerau" hat sich der Vorsitzende des Kreisheimatvereins, Dittmar Lauer aus Kell, schon intensiv beschäftigt. Er ist begeistert, "was die hoch interessante Geschichte über das Dorf so alles hergibt".

"Mit dem Radweg auf der Bahntrasse wird unser Ort eine weitere Aufwertung erhalten", sagt der 45-jährige Ortsbürgermeister, der seit 1994 kommunalpolitische Erfahrungen im Gemeinderat Korlingen und nach dem Umzug auch in Sommerau sammelte, überzeugt.

Beim Ausbau des Radweges - er wird für Sommerau voraussichtlich in der zweiten Ausbau-Etappe im Jahre 2006 verwirklicht - solle auch die Kreisstraße 64 verlegt werden.

Diese Anbindung zwischen Gusterath-Tal und Sommerau ist bisher nur von Personenwagen zu befahren (die beiden ehemaligen Bahnbrücken stellen ein Nadelöhr dar, das weder von Lastkraftwagen noch von Bussen passiert werden kann). Ein lang gehegter Wunsch der Bevölkerung ginge damit in Erfüllung. Die Vorplanungen seien abgeschlossen. Mit dem Radweg eröffnet sich für Sommerau wieder die Chance, sich in das touristische Geschäft einzuklinken.

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