Scheinbare Idylle: Irsch kämpft gegen Leerstände im Dorfkern
Wege, wie der alte Ortskern erhalten und wieder attraktiv für jüngere Leute gestaltet werden kann, sollen in Irsch gesucht werden. Eine Analyse ergab, dass die allermeisten unbewohnten Häuser oder solche mit Bewohnern in einem Alter jenseits der 70 direkt an der Ortsdurchfahrt stehen.
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Irsch. Normalerweise verstehen sich der Irscher Ortsbürgermeister Jürgen Haag (FWG) und der CDU- Fraktionsvorsitzende im Ortsgemeinderat, Helmut Steuer, ja gut.
Doch in einem Punkt reagierte der CDU-Mann in der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung sauer: "Bereits im April 2005 haben wir auf die Probleme in der Entwicklung des Ortskerns aufmerksam gemacht und mahnten den dringenden Handlungsbedarf im April 2010 erneut an." Erst jetzt stand das Thema auf der Tagesordnung.
Es geht um die Analyse der gesamten Wohnstruktur und darum, jungen Familien ein neues Zuhause zu bieten, ohne dass neues Bauland ausgewiesen werden muss.
Jetzt hat sich etwas getan. Thomas Wallrich, Moderator für ländliche Entwicklung bei der Verbandsgemeinde Saarburg, und Ortsbürgermeister Haag nahmen das Dorf unter die Lupe.
Das Ergebnis: In 70 Häusern leben Menschen, die bereits älter als 70 Jahre alt sind, 20 Häuser stehen bereits leer.
20 Häuser stehen leer
Auffallend ist dabei, dass sie wie eine Perlenschnur entlang der Bundesstraße liegen, meist auf kleinen oder sehr kleinen Grundstücken stehen und zum Teil sehr dicht an die Straße gebaut sind.
Warum es zwei Jahre gedauert hat, beantwortet Haag so: "Wir hatten große Projekte am Laufen, beispielsweise die Sanierung der Schule." Für eine Dorfmoderation sei kein Geld da gewesen.
"Jetzt geht es darum, Ideen zu entwickeln", verlangt Steuer, wohl wissend, dass es keine Musterlösung geben kann.
Die CDU schlägt vor, eine Fragebogenaktion bei Eigentümern und Erben der Häuser zu starten, um die Meinung der direkt Betroffenen zu erfahren. Haag sieht Irsch mit Kita, Grundschule, Dorfarzt, Nahversorgung, Bank, Gastronomie und vielen aktiven Vereinen als sehr attraktives Dorf an, das auch weiterhin neue Bürger anzieht. Aber ob die so dicht an einer Hauptstraße wohnen wollen, ist fraglich.
Problemzone Bundesstraße
"Irsch ist zwar im Dorferneuerungsprogramm des Landes, aber die Töpfe sind meist leer", fügt der Ortsbürgermeister hinzu. Wenn Zuschüsse fließen, sind sie oft mit Auflagen verbunden.
Die einmal ins Auge gefasste Ortsumgehung über die ehemalige "Panzerstraße" hat der Ortschef wegen Naturschutzauflagen inzwischen abgeschrieben. Eine Lösung im Ortskern wäre, häufiger aus zwei Baugrundstücken eins zu machen, abzureißen und neu zu bauen. Einige Häuser stehen bereits zum Verkauf.
Das Ziel von Haag und Steuer lautet gleich: Der alte Ortskern muss lebendig bleiben. doth
Extra
Zur Aktion "Leben im Dorfleben mittendrin" teilt die Verbandsgemeinde Saarburg mit: Inzwischen hat die Verwaltung für jeden Ortskern ein Vorschlag erarbeitet, für die räumliche Abgrenzung des Gebietes, innerhalb dessen die Förderung beantragt werden kann. Ferner liegen die Förderrichtlinien im Entwurf vor. Beides ist noch durch den Verbandsgemeinderat zu beraten und zu beschließen. Im Haushalt 2012 sind sowohl Mittel für die Objektförderung als auch für ergänzende Maßnahmen (Flyer, Architektenwettbewerb, Werbung etc.) eingestellt. Es ist vorgesehen, das Programm in der zweiten Jahreshälfte zu starten. doth
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