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Was tun, wenn der Weihnachtsbaum brennt?

(Saarburg-Beurig) 40 Grundschulkinder haben beim Maus-Türöffnertag der Freiwilligen Feuerwehr Saarburg gelernt, warum die fünf W's überlebenswichtig sind.

05.10.2017
Friedhelm Knopp
Da kommt richtig Leben in die sonst eher stillen Hallen und Räume der neuen Feuerwache Am Saarufer. In zwei Durchgängen mit jeweils 20 Kindern präsentieren die Wehrleute ein abwechslungsreiches Programm rund um den Brandschutz, bei dem auch der Lerneffekt nicht zu kurz kommen soll.

Unterhaltsam wie informativ empfinden dies auch Eltern und Großeltern. "Mit Begleitung sind das rund 130 große und kleine Besucher in unseren Räumen. Ein Riesenerfolg für unsere Öffentlichkeitsarbeit", freut sich Wehrführer Christof Leinenbach im Gespräch mit dem TV. Er bedauert nur, dass man vom WDR nicht mit dem Besuch der Maus und des Elefanten ausgelost worden sei.

Feuerwehr zum Anfassen aus nächster Nähe: Staunend erleben die Kinder, wie sich die Wehrleute vor dem Einsatz erst einmal in ihre kiloschwere Ausrüstung mit Atemschutzgeräten zwängen müssen. Nur schnell ins große rote Auto springen und mit Tatü losbrausen - so einfach geht das doch nicht. Und was passiert, wenn nachts ein Alarm kommt und die Feuerwehrleute zu Hause im Bett liegen? Dann muss es schnell gehen, aber gehastet und gerannt wird nicht, denn wer kopflos losrast, macht Fehler. Alles geht mit Überlegung: Rein in die Sachen, raus zum eigenen Auto, Fahrt zur Feuerwache und dann der Wechsel auf die Löschfahrzeuge. Das dauert leider etwas, obwohl es alle eilig haben.

Die Schreckvorstellung "Feuer im Haus oder in der Nachbarschaft und was ist zu tun?" wird dann auch aus Sicht von Betroffenen beleuchtet. Wie soll sich ein fünf- bis zehnjähriges Kind verhalten, das gerade allein zu Hause ist und plötzlich von einem Brand in den eigenen Räumen oder in der nahen Umgebung überrascht wird? Das von der Mutter vergessene Bügeleisen, ein durch Kurzschluss auflodernder Weihnachtsbaum, schmorendes Essen mit starker Qualmentwicklung auf dem Herd, oder vor dem Haus ein Lastwagen in Flammen. Das sind Situationen, die auch Kinder betreffen können.

"Wie setze ich richtig einen Notruf über Telefon 112 ab?" lautet daher die Kernfrage, zu der Wehrmitglied und Brandschutzerzieher Max Wagner im Schulungsraum mit den Kindern kleine Planspiele veranstaltet. Wagner mimt dabei den Mann in der Einsatzzentrale, bei dem sich ein Kind unter Notruf 112 meldet. Und bei jedem Notruf, so schärft er den kleinen aber sehr aufmerksamen Zuhörern ein, sind unbedingt die "fünf W" zu beachten: Wer, wo, was, wie und warten. Da greift zum Beispiel eine Achtjährige zum Telefon, weil der fiktive Weihnachtsbaum brennt und setzt das eben Gelernte prompt um: "Ich bin die Nadine aus der X-Straße in Y-Dorf und mein Weihnachtsbau brennt ganz." Nun ist es Sache des Angerufenen, beruhigend auf das Kind einzuwirken: "Wir sind sofort unterwegs. Du gehst nun aus dem Haus, ziehst die Tür bei, aber nicht ganz schließen, und wartest draußen."

Als Bonbon zum Abschluss des Tages präsentieren die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr dann noch einen Brandeinsatz mit Blaulicht-Anfahrt im großen Tanklöschfahrzeug, Schlauchverlegung und "Wasser marsch". Für reichlich Kaffee und Kuchen sorgen derweil die Frauen und Nachbarinnen der Wehrleute, während sich die Kinder des letzten Durchgangs vor dem neuen Drehleiterfahrzeug zum Gruppenfoto versammeln. 20 Aktive, drunter vier Feuerwehrfrauen, haben den Tag organisiert und gestaltet.

Insgesamt 48 Wehrleute zählt die Saarburger Wehr. Hinzu kommen 15 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und 20 Bambini (unter zehn Jahren).
BESUCHER AUS AACHEN UND DER PFALZ
Da die Schauplätze des "Maus-Türöffnertags" 2017 in der WDR-Sendung mit der Maus angekündigt worden waren, zog die Aktion der Saarburger Wehr weite Kreise. Eltern mit ihren Kindern kamen sogar aus Saarbrücken, Aachen und der Pfalz. Aus dem pfälzischen Odernheim am Glan kommen Anke und Rigobert Biehl mit den Söhnen Simon (11), Johannes (8) und Matthias (6). "Wir waren bei der Oma in Merzig, da haben wir die Gelegenheit ergriffen, zumal unser Ältester selbst bei der Jugendfeuerwehr ist", sagt Anke Biehl. Aus der Nähe von Mainz ist Isabel Zenner mit Tochter Linda (10) angereist. Linda fand die Stunden bei der Feuerwehr interessant und hat auch beim "Notruf-Unterricht" besonders aktiv mitgewirkt. "Die Kinder sehen immer die Maus-Sendung, und wenn ich Zeit habe, ich auch. So erfuhren wir von dem Termin."