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Wenn Lumpen Lumpen sammeln

Neuer legaler Sammelbehälter für Altkleider und Schuhe in Schoden

(Schoden) Das Problem illegal aufgestellter Altkleidersammelbehälter bleibt akut, solange die Preise für Alttextilien hoch sind. In Schoden hat wieder eine Firma versucht, auf diese Weise Geld zu verdienen, ohne vorher eine Genehmigung einzuholen. Doch Ortsbürgermeister Andreas Pauly ist wachsam und ließ die Blechkiste entfernen. Jetzt steht an gleicher Stelle ein Container vom Roten Kreuz.

20.06.2013
Herbert Thormeyer
Schoden. Jeden Morgen kommt der Schodener Ortsbürgermeister Andreas Pauly auf seinem Weg zur Arbeit an den Glascontainern gegenüber der Feuerwehr vorbei. Doch plötzlich hatte sich eine weitere Blechkiste dazugesellt: Ein Altkleidersammelbehälter. "Es stand keine Firma drauf. Da habe ich den Behälter auf den Bauhof bringen lassen", machte der Ortschef kurzen Prozess.
Jetzt ist ein nagelneuer Sammelcontainer vom Roten Kreuz an gleicher Stelle aufgestellt worden. "Jeder, der Altkleider sammeln will, muss das nach dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz der Kreisverwaltung als Abfallbehörde anzeigen", erklärt Stefan Pollich vom DRK-Landesverband. Bislang sei jedoch unklar, ob das reicht oder eine förmliche Genehmigung vorliegen muss.
"Es geht um viel Geld, rund 300 Euro pro Tonne", sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Michael Decker. Mit illegalen Containern gehe dem Roten Kreuz Geld für seine karitativen Aufgaben verloren. Rund 80 Container hat die Hilfsorganisation im Landkreis Trier-Saarburg aufgestellt, mit denen im Jahr rund 700 Tonnen Altkleider gesammelt werden.
"Karitative Sammlungen von Altkleidern haben laut Paragraf 18 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes Bestandsschutz", betont Pollich. Bei den derzeitigen Preisen für Alttextilien tummeln sich jedoch viele Sammler auf einem heiß umkämpften Markt, die einfach Container aufstellen, ohne zu fragen.
Dabei unterscheiden sich legal aufgestellte Behälter optisch durch eine eindeutige Aufschrift stark von illegalen. Die neue Sammelbox in Schoden trägt ein dickes rotes Kreuz. Es gibt eine Telefonnummer für den Fall, dass etwas nicht in Ordnung ist. Auf der Klappe, in die die Kleider und alten Schuhe eingeworfen werden, steht klipp und klar, was mit dem erwirtschafteten Geld passiert: Die Erlöse werden für die Finanzierung der vielfältigen, gemeinnützigen Aufgaben des Roten Kreuzes verwendet.
Verluste durch illegale Lumpenhändler kann Kreisgeschäftsführer Decker nicht beziffern. "Wir sehen die Altkleider als Sachspende an", sagt er dem TV. Nur so können beim Roten Kreuz viele Bereiche wie etwa der Katastrophenschutz, die Kleiderkammern, die Ausbildung des Nachwuchses oder die Hundestaffel finanziert werden.

Verkauf oder Recycling


Gut erhaltene Kleidungsstücke werden gewaschen, ausgebessert und danach in den Kleiderkammern Trier-Euren und Konz angeboten. Den Rest verwandelt die Fachfirma Soex in Bad Oldesloe, mit der das Rote Kreuz zusammenarbeitet, in Materialien für Türverkleidungen, Vliesstoffe oder Innenverkleidungen für Autos um.
"Jetzt können die Bürger im Dorf ruhigen Gewissens Kleider spenden", sagt Ortschef Pauly. Vorher habe der nächste Sammelbehälter des Roten Kreuzes in Saarburg gestanden. "Wir sammeln auch noch Altkleider, wenn die Preise dafür wieder fallen", fügt Michael Decker noch hinzu.
Extra
Nach Auskunft von Bürgermeister Karl-Heinz Frieden gibt es derzeit keine illegal aufgestellten Altkleidersammelbehälter auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Konz. "Es ist früher aber schon vorgekommen", sagt der Verwaltungschef. Die Behälter sind mittlerweile entsorgt. Im Bereich der Verbandsgemeinde (VG) Saarburg wurden neben Schoden auch in Ockfen und Ayl illegale Sammelbehälter aus dem Verkehr gezogen. "Die Eigentümer wurden aufgefordert, die Behälter wieder abzuholen und der Gemeinde ihre entstandenen Kosten zu erstatten. Passiert ist jedoch nichts", erklärt VG-Sprecher Rudolf Klein. doth

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