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Trierer Rosenmontagszug soll am kommenden Samstag stattfinden (Update)

(Trier) In einer langen Krisensitzung einigen sich Karneval, Handel, Stadt und Polizei auf einen neuen Termin für den abgesagten Rosenmontagsumzug: Am kommenden Samstag um 19.11 Uhr ziehen die Narren los. Und auch der Bischof drückt ein Auge zu. Dossier zum Thema: Fastnacht2016

09.02.2016
Jörg Pistorius




Oberbürgermeister Wolfram Leibe ist sichtbar froh, mit einer guten Nachricht vor die Öffentlichkeit, vor allem die närrische, treten zu können. Triers Verwaltungschef verkündet in einer Sonderpressekonferenz am Dienstagabend: „Der Umzug wird nachgeholt, und zwar am kommenden Samstag.“

Um 19.11 Uhr werde der Zug sich in der Saarstraße sammeln, erläutert Baudezernent Andreas Ludwig. „Der Zug läuft von der Saarstraße über die Strecke Südallee, Neustraße, Hauptmarkt bis zur Simeonstraße und wird sich dann im Bereich Nordallee und Christophstraße auflösen.“ Diese Auflösung soll spätestens um 22 Uhr beendet sein. „Ab dann herrscht Nachtruhe.“ Eine Abschlussfete gebe es nicht.

Die Krisensitzung begann am Dienstag um 13 Uhr. In dieser suchten die Stadt und die Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) zusammen mit Polizei und Feuerwehr nach einem gemeinsamen Nenner. „Alles war im Gespräch“, erläutert Leibe. „Ein Umzug im Sommer, ein Ersatzumzug im Februar oder auch einfach ein Ausfall ohne Ersatz.“ 
ATK-Präsident Andreas Peters saß mit am Tisch und hat es offenbar geschafft, seine am Dienstag im TV verkündete Hoffnung auf einen schnellen Ersatzumzug (der TV berichtete am 9. Februar) in einen für alle Seiten tragbaren Kompromiss zu verwandeln. „Diese gesamte Sitzung war geprägt vom Willen aller, alles möglich zu machen.“

Die kommenden Tage werden extrem harte Arbeit für Tausende ehrenamtliche Leistungsträger des organisierten Karnevals. Die ATK wird eine neue Teilnehmerliste erstellen. „Diese ist selbstverständlich offen für alle Vereine und Gruppen, die bereits für den Trierer Zug angemeldet waren, und für weitere Interessenten, die in einem der vielen abgesagten Züge mitgehen wollten und jetzt einen Ersatzauftritt suchen.“ 

Ein Karnevalsumzug in der Fastenzeit – ist das in Ordnung aus Sicht der Kirche? „Natürlich habe ich Verständnis dafür“, sagt Bischof Stephan Ackermann. „Die Freude an Gott soll ja auch die Fastenzeit prägen. Insofern drücke ich als Bischof in diesem Jahr gerne ein Auge zu, wenn die Fastnachtszeit sich über den Aschermittwoch hinaus verlängert“, sagt Ackermann. „Zugleich gehe ich davon aus, dass die Narren die Fastenzeit anschließend mit umso größerem Ernst begehen werden."
Der neue Termin stößt nicht auf ungeteilte Gegenliebe. Hans-Karl Meunier, Präsident der KG M`r wieweln noch en Zalawen 1911, ist „sehr erbost“ und spricht von einem „Affront“: „Wir fühlen uns vor den Kopf gestoßen. Mit uns hat die ATK nicht gesprochen.“ Die Wieweler würden auf keinen Fall am Nachhol-Zug teilnehmen, da sie traditionsgemäß am Samstag ihre finale Sitzung der Session in Wasserbillig/Luxemburg abhalten. Die Veranstaltung am 13. Februar (20.11 Uhr, Kulturzentrum) ist ausverkauft – auch Triers Karnevalsprinz Elmar I. habe Tickets geordert: „Ich bin gespannt, wo seine Tollität am Samstagabend sein wird“, echauffiert sich Meunier.

„Die City-Initiative trägt diese Lösung mit“, sagt deren Vorsitzender Gerd Guillaume. „Wir sehen den Samstag als Tag der Familien, die das gesamte Angebot der Stadt Trier nutzen können.“

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