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102-Jährige Triererin fühlt sich pudelwohl

(Trier) Regelmäßig essen, viel Zeit mit den Kindern verbringen und wenig arbeiten. So kann man es laut Regina Poss schaffen, 102 Jahre alt zu werden. Doch in diesem Fall steckt wohl noch mehr dahinter.

26.02.2016
Myriel Desgranges
Auf die Glückwünsche des Eurener Ortsvorstehers Hans-Alwin Schmitz reagiert das Geburtstagskind, Regina Poss, so: "Ich bin immer noch da" - und ob sie das ist!

Am 25. Februar 1914 wurde Regina als drittes von vier Mädchen in Trier-Euren geboren. Mit 102 Jahren ist sie Zeitzeugin eines ganzen Jahrhunderts mitsamt Katastrophen, Veränderungen und großen Entdeckungen.

Trotz ihres hohen Alters ist die zierliche Dame geistig noch fitter als manche 80-Jährige. Das Gedicht nach Eurener Mundart, das Ortsvorsteher Schmitz zu Ehren des Geburtstagskinds vorträgt, kommentiert Regina Poss mit: "Ich war besser als er." Zuvor hat sie frei aus dem Gedächtnis eine Büttenrede vorgetragen, die sie noch aus ihrer Zeit in der Karnevalsbütt kennt.

Poss machte eine Lehre als Schneiderin, doch dann kümmerte sie sich nach der Geburt ihrer ersten Tochter Kethe vorwiegend um Kinder und Haushalt. Die jüngste Tochter, Monika Scheuer, verrät: "Sie wäre lieber Schauspielerin geworden. Sie hat sich immer sehr gerne verkleidet."

Bis Dezember 2015 lebte sie, mit Hilfe der beiden Töchter, in ihrem Elternhaus in der Reulandstraße. Mittlerweile ist sie in das Ago-Seniorenzentrum umgezogen, das wenige Meter entfernt von ihrem alten Zuhause liegt. Dort fühlt sie sich pudelwohl. Zu der gemütlichen Geburtstagsfeier im Ago ist die halbe Nachbarschaft von damals erschienen, um gebührend mit ihr zu feiern. "Ich war immer sehr gerne unter Menschen", sagt die 102-Jährige.

Das Altwerden liegt in der Familie. Regina hat schon mehrere 100. Geburtstage erlebt. Etwa den 103. der Schwester oder der Mutter, die fast 104 Jahre alt wurde. Sie selbst möchte so alt werden wie ihre Mutter, aber nicht älter. Tochter Monika verrät: "Meine Mutter hängt am Leben. Auch, wenn sie es manchmal nicht zugibt." Auf die Frage, was die schönste Zeit ihres Lebens war, antwortet sie: "Dass ich meinen Ehemann geheiratet habe, er war so ein herzensguter Mann."

Der Ortsvorsteher überbringt die Glückwünsche der Stadt Trier und einen Brief der Ministerpräsidentin. Er vertritt Bürgermeisterin Angelika Birk, die an diesem Tag leider krank ist und sich entschuldigen lässt. Als ihre Freundinnen gehen wollen, sagt Regina Poss: "Ich bin ganz traurig, wenn ihr alle geht", verabschiedet sich aber fröhlich mit: "Bis zum nächsten Jahr dann!"

 

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