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150 fahren zu schnell bei Blitzerpremiere der Stadt Trier

(Trier) 150 Fahrzeughalter bekommen demnächst Post von der Stadt Trier. So viele Fahrer waren am ersten echten Kontrolltag der Verkehrsüberwachung zu schnell unterwegs und müssen ein Knöllchen zahlen. Die öffentlichen Reaktionen reichen von Lob für die Stadt bis zu Abzocke-Vorwürfen.

04.01.2016
Marcus Hormes
Auf Beschluss des Stadtrats kontrolliert die Stadt Trier statt der Polizei neuerdings innerorts das Tempo des motorisierten Verkehrs, vom Mofa bis zum LKW. Nach monatelangen Testmessungen wurde es am Montag erstmals ernst. Frühmorgens bauten Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung die Radaranlage für zwei Stunden in der Franz-Georg-Straße in Trier-Nord auf. Dort gilt Tempo 30.
 
Zweiter Kontrollstandort war die Kohlenstraße in der Nähe der Uni (Tempolimit 50), für zwei mal zwei Stunden. In den insgesamt sechs Stunden Kontrollzeit bis zum Montagnachmittag wurden 150 Fahrzeuge geblitzt, weil sie mindestens 9 km/h zu schnell waren (3 km/h gelten als technische Toleranz, 5 km/h werden als geringfügige Ordnungswidrigkeit nicht verfolgt). „Die allermeisten dieser 150 Fälle liegen im Bereich der Verwarnungen“, teilte Stadt-Pressesprecher Ralf Frühauf auf TV-Anfrage mit. „Grobe Ausreißer gab es bisher nicht.“ Typisches Beispiel: Wer 11 bis 15 km/h zu schnell fuhr, muss 25 Euro zahlen. Richtig teuer (80 Euro Geldbuße plus Gebühren) wird es erst ab 21 km/h zu schnell. Bei 31 km/h Überschreitung drohen vier Wochen Fahrverbot.
 
Erste Hochrechnung
 
Frühauf: „Es ist noch zu früh, auf Basis eines halben Tages eine generelle Aussage über das Fahrverhalten zu treffen.“
 
Rein theoretisch lässt sich der Wert schon hochrechnen. Denn die Stadt will ihre Radargeräte an 2800 Stunden im Jahr einsetzen (233 pro Monat). Bliebe die Quote so wie am ersten Tag (25 Knöllchen pro Kontrollstunde), würden pro Jahr 70?000 Temposünder geknipst und damit bei 20 Euro Durchschnittswert 1,4 Millionen Euro Einnahmen generiert. Das wäre etwa doppelt so viel wie von der Verwaltung kalkuliert, um die Kosten (Personal und Material) zu decken. 
 
Wie sich die Knöllchenquote tatsächlich entwickelt, ist natürlich ungewiss. In Leserbriefen und sozialen Netzwerken wird jedenfalls schon kräftig spekuliert. Facebook-Nutzer „Peter Müller“ schreibt: „Es ist eine Mischung aus ideologisch verblendeter Umerziehung und dem Versuch, Einnahmen für die Stadtkasse zu generieren. Die Gesamtkosten der Arbeitsplätze und die Anschaffung von Geräten und Material sind mit den Einnahmen gegenzurechnen.“ „Peter Meter“ hingegen schreibt, „dass es Geschwindigkeitsbegrenzungen aus bestimmten Gründen gibt, zum Beispiel Verkehrssicherheit und Lärmschutz. Wenn niemand kontrollieren würde, würden alle meckern, dass jeder fährt, wie er will.“
 
Am späten Nachmittag und Abend folgten weitere Kontrollen der Stadt. Außerorts und in allen anderen Gemeinden der Region außer Trier bleibt die Polizei zuständig. Sie blitzte am Montag unter anderem auf der B 51 in Höhe Trierweiler-Sirzenich und auf der B 268 zwischen Trier und Pellingen.

EXTRA Hier blitzt es
Für folgende Standorte hat die Stadt Trier Kontrollen angekündigt:
  • Dienstag, 5. Januar: Zewener Straße und Luxemburger Straße (B 49).
  • Mittwoch, 6. Januar: Mäusheckerweg und Quinter Straße.
  • Donnerstag, 7. Januar: Metternichstraße und Weimarer Allee/Ostallee.
  • Freitag, 8. Januar: Zurmaiener Straße und Südallee.
  • Samstag, 9. Januar: Konrad-Adenauer-Brücke.
Hinzu kommen unangekündigte Kontrollen, für die das gesamte Stadtgebiet innerorts infrage kommt. 

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