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Anklage vor dem Trierer Landgericht: Mutmaßliche Juwelenräuber mit europäischem Haftbefehl in Rumänien aufgegriffen

(Trier) Ein spektakulärer Überfall auf ein Trierer Juweliergeschäft hat im Mai für Aufsehen gesorgt. Wenige Monate nach der Tat nahm die Polizei zwei Tatverdächtige in Rumänien fest. Den Männern wurde eine DNA-Spur zum Verhängnis.

01.03.2016
Sebastian Klipp
Gegen zwei von drei mutmaßlichen Juwelenräubern hat am Dienstag der Prozess vor dem Trierer Landgericht begonnen. Die beiden Angeklagten sollen am 15. Mai 2015 eine Juwelierin in Trier-Zewen überfallen haben. Die Beute: Schmuck im Wert von etwa 100.000 Euro und 320 Euro aus der Wechselkasse. 

Staatsanwalt Arnold Schomer spricht von sehr intensiven Ermittlungen. Die Angeklagten sollen in einem silbernen Fiat Stilo mit italienischem Kennzeichen über Metz nach Trier gefahren sein. Dort stürmten sie in ein Juweliergeschäft in Trier-Zewen, warfen die Geschäftsführerin zu Boden und fesselten sie mit Kabelbindern. Während sie das Opfer mit einem Taschenmesser bedrohten, verlangten sie das Geld und den Schmuck. Danach flüchteten die Männer zunächst in unbekannte Richtung. Zum Verhängnis wurden den Männern die Kabelbinder, mit denen sie die Frau fesselten. An diesen sollen sich DNA-Spuren befunden haben, die mit denen eines Täters übereinstimmten, der in Österreich bereits wegen Einbruchsdiebstahls verurteilt worden war. 

Männer kundschaften Laden aus

Staatsanwalt Schomer forderte daraufhin ein Foto des Täters an und legte es dem Opfer vor. Das identifizierte daraufhin den ersten der beiden mutmaßlichen Täter. Die Räuber seien bereits zwei Tage vor dem Überfall in dem Geschäft gewesen und hätten vorgegeben, sich für Schmuck zu interessieren. Da das Opfer sich bereits dort schon mit den späteren Tätern unterhalten hat, sei ihr die Identifizierung der Männer besonders leicht gefallen, sagt Schomer. 
Da der 28-jährige Mann bereits aus der Haft entlassen war, fahndete Schomer mit europäischem Haftbefehl nach ihm. Ende August fasste die rumänische Polizei den mutmaßlichen Räuber in dessen Heimatland und lieferte ihn nach Deutschland aus, wo er seitdem ununterbrochen in Untersuchungshaft sitzt. Bei den Vernehmungen der Polizei gestand der Mann seine Beteiligung am Raubüberfall bereits. Vor Gericht konnte er sein Geständnis aber noch nicht ablegen, da die Verhandlung nach einer halben Stunde bereits aus terminlichen Gründen wieder beendet war. Weiter geht es am kommenden Montag. Dann sollen auch das Opfer und drei weitere Zeugen aussagen. 

Das ist vor allem notwendig, weil der zweite Angeklagte bereits sign alisierte, jegliche Aussage zu verweigern. Auch er wurde mit europäischem Haftbefehl gesucht und in Rumänien festgenommen. Bei dem dritten Täter handelt es sich nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft um einen Jugendlichen. Weil der Täter nicht volljährig ist, sah Schomer bei ihm von einer Auslieferung ab. Der Jugendliche soll stattdessen in seinem Heimatland verurteilt werden. 

Gegen den 28-jährigen Angeklagten verhandelt das Trierer Landgericht außerdem noch wegen eines Überfalls auf ein Sportgeschäft in der Nähe von Stuttgart. Der Angeklagte soll dort im November 2013 Sportartikel im Wert von 15.000 Euro gestohlen haben.
 

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