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Ankunftszentrum für Flüchtlinge in Trier eröffnet: Viele Asylverfahren werden beschleunigt

(Trier) In Anwesenheit von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ist heute das neue Ankunftszentrum auf dem Trierer Petrisberg eröffnet worden. Viele Asylverfahren sollen dort innerhalb von 48 Stunden abgeschlossen werden.

03.03.2016
Rainer Neubert
Das landesweit erste Ankunftszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtinge (Bamf)  ist am Donnerstag in Trier eröffnet worden. In enger Zusammenarbeit mit den Erstaufnahmeeeinrichtungen des Landes sollen dort viele Asylanträge innerhalb von 48 Stunden bearbeitet werden. Vor allem Menschen mit guten Bleibeperspektiven (zum Beispiel aus Syrien und dem Irak) sollen davon profitieren. Aber auch die Verfahren von Asylbewerbern aus sicheren Herkunftsländern (zum Beispiel Kosovo und Albanien) werden innerhalb kurzer Zeit bearbeitet.

Nach Angaben von Heiko Werner, der für das Bamf den Aufbau von Ankunftszentren in Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland koordiniert, arbeiten derzeit 30 Mitarbeiter in der neuen Einrichtung, davon zehn Entscheider. Wenn alle 100 geplanten Mitarbeiter eingestellt seien, könnten bis zu 200 Antragstellungen täglich bewältigt werden. Die Verfahren, die einer längeren Klärung bedürfen, sollen auch in Zukunft in den Bamf-Außenstellen in den Aufnahmeeinrichtungen weiterbearbeitet werden.

So schnell wie möglich soll das Ankunftszentrum in die Dasbachstraße umziehen, wo sich die Erstaufnahmeeinrichtung befindet. Dazu ist ein Neubau geplant. Bis dahin werden die Asylbegehrenden mit dem Bus von Trier-Nord auf den Petrisberg gefahren. 

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bewertet das neue Ankunftszentrum als "Quantensprung  bei der Bearbeitung von Asylanträgen". Die enge Zusammenarbeit zwischen Land und Bamf ermögliche eine "dramatische Veränderung bei der Bearbeitungszeit. "Bislang mussten viele Asylbewerber fünf Monate warten, bis sie ihren Antrag stellen konnten. Das passiert nun innerhalb der ersten drei Tage nach ihrer Ankunft im Land." Zudem werden die durchschnittliche Bearbeitungszeit von bislang weiteren fünf Monaten für viele Flüchtlinge enorm verkürzt. Flüchtinge aus sicheren Herkunftsländern würden bereits jetzt nicht mehr auf Städte und Kreise verteilt. 

Derzeit kommen nach Auskunft des Landes täglich weniger als 100 neue Flüchtlinge nach Rheinland-Pfalz. 8300 Menschen seien in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht. Im vergangenen Jahr seien 6500 Menschen in ihre Heimat zurückgekehrt, überwiegend freiwillig. Die Zahl der zwangsweisen Abschiebungen habe 600 betragen 

   
 

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