B 51: Noch kein Plan gegen drohendes Verkehrs-Chaos
Entsetzen löst die Ankündigung der Stadt Trier aus, die B 51 (Bitburger Straße) 2011 wochenlang zu sperren. Grund: dringende Sanierungsarbeiten zwischen Fachhochschule und Kaiser-Wilhelm-Brücke (der TV berichtete).
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Die B 51 ist ohne ein Verkehrs-Nadelöhr. 2011 droht eine Vollsperrung. TV-Foto: Roland Morgen
(rm.) Einen Zeitplan hat das Rathaus noch nicht, auch existiert bisher kein Umleitungs-Konzept. Angesichts 25.000 Kraftfahrern, die täglich die B.51 nutzen, und mangels tauglicher Umleitungsstrecken in näherer Umgebung droht ein Verkehrs-Chaos.
Was als "Sachstandsbericht" angekündigt war, ließ gestern Abend die Ratsmitglieder im Baudezernatsausschuss aufstöhnen. Tiefbauamtsleiter Wolfgang van Bellen berichtete über Untersuchungen an der Napoleonbrücke sowie an Stützmauern entlang der "Bitburger" und machte keine Hoffnung, dass die Beseitigung der entdeckten "überraschend großen Schäden" längeren Aufschub duldet. Konkret: 2011 müssen die Napoleonbrücke samt auskragendem Gehweg, die talseitigen Stützmauern zwischen Brücke und der Neuapostolischen Kirche sowie die Mauer entlang des talseitigen Gehweges zwischen Napoleon- und Kaiser-Wilhelm-Brücke saniert werden. "Das dauert voraussichtlich mehrere Wochen und geht nur unter Vollsperrung", kündigte van Bellen zum kollektiven Entsetzen an.
Ein Horrorszenario, denn werktäglich befahren 25 000 Autos diesen Abschnitt der B 51. Mangels Umleitungs-Alternativen in näherer Umgebung dachte van Bellen laut darüber nach, die Forstwirtschaftsstraße im falschen Biewertal zu öffnen, um wenigstens die "FH notdürftig anzubinden".
Der Auslöser der Untersuchungen geriet fast in den Hintergrund der Diskussion: die 2009 vom Stadtrat beschlossene Felsabfräsung an der B51-Engstelle unterhalb des Schneidershofer Plateaus.
Als man die genauer in Augenschein nahm, sei man kürzlich auf die gravierenden Beschädigungen aufmerksam geworden, berichtete van Bellen. Das ungeahnte Risikopotenzial erklärte der Amtsleiter so: Die Stützwände zum Bachtal hin habe das Land in den 60er Jahren gebaut und die Baulast 20 Jahre später an die Stadt übertragen. "Aber uns liegen nur zum Teil Bauwerksunterlagen vor." Deshalb sei der marode Zustand erst im Zuge der Planungen der dritten Fahrspur offenkundig geworden. Einziger Lichtblick laut Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani: Während der Felsabfräsung müsste die B51 ohnehin voll gesperrt werden, also könne man "alles im einem machen".
Zeitplanungen gibt es noch nicht: Die Stadt will sich erst mit dem Landesbetrieb Mobilität abstimmen, um Kollisionen mit weiteren Großbauprojekten wie die Sanierung der Ehranger B52-Brücke zu vermeiden. Der Sanierungsbedarf lässt auch die Kosten steigen: Ging die Stadt ursprünglich von 330 000 Euro für Felsabfräsung und Straßenbau aus, so liegen die geschätzten Kosten nun beim 550 000 Euro - plus 790 000 Euro, die in die Bauunterhaltung und Sanierung gesteckt werden müssen.
Da tröstete es die Ausschussmitglieder wenig, dass Mainz voraussichtlich fast die Hälfte zahlen muss.
Lösungvorschläge für das Nadelöhr-Problem zeigt der TV in seiner Samstagsausgabe auf.
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