region/trier

Bistum will saarländischen Priester des Amtes entheben – Der Geistliche wehrt sich

(Trier) Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat gegen einen saarländischen Pfarrer die Amtsenthebung eingeleitet. Der Geistliche weigert sich, eine neue Stelle anzutreten. Und der 50-Jährige hat eine eigene Vermutung, warum er versetzt werden soll.

12.08.2014
Rolf Seydewitz
Wer Christoph Eckert fragt, ob er ein Kirchenrebell sei, bekommt zur Antwort: „Ich bin ein treuer Diener der Kirche und halte mich an die kirchliche Ordnung.“ Wer sich im Trierer Generalvikariat nach dem Pfarrer im saarländischen Beckingen erkundigt, bekommt zur Antwort, dass der Bischof ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet habe, weil der Geistliche einer „mehrfach vorgetragenen Bitte“ des Bischofs nicht entsprochen habe. Die Bitte von Bischof Stephan Ackermann, die zum Schluss wohl eher eine Art Befehl gewesen sein dürfte: Christoph Eckert möge doch bitte in eine andere Pfarrei wechseln.

Das ist nach elf Jahren an einem Ort für einen katholischen Geistlichen eigentlich nicht ungewöhnlich. Und doch vermutet der 50-Jährige einen anderen Grund hinter der Bitte seines Bischofs: „Da gibt es Leute, in der Pfarreiengemeinschaft, die in Trier Stimmung gegen mich gemacht haben.“ Und warum das? „Ich habe einen konservativen Ruf“, sagt der vor seinem Wechsel ins Saarland mehrere Jahre im Kreis Trier-Saarburg eingesetzte Pastor.

Das Amtsenthebungsverfahren gegen einen nicht mit dem Gesetz in Konflikt gekommenen Geistlichen ist im Bistum Trier laut Eckert ein Novum. Gerade hat er dem Bischof noch einmal schriftlich erläutert, warum er nicht wechseln will. In einem nächsten Schritt könne der Bischof ihn nun mit einem Dekret des Amtes entheben und einen Pfarrverwalter einsetzen, sagt Eckert, der ankündigt, gegen ein solches Dekret vorzugehen. Am Donnerstag wollen Gläubige Solidaritätsaktionen für ihren Pastor und Protestaktionen gegen das Generalvikariat beschließen. sey