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Damit syrische Flüchtlingskinder zur Schule gehen können

"Meine Hilfe zählt": Ein Trierer Verein verhilft Kriegskindern zum Schulbesuch im Libanon und unterstützt somit die Zukunft Syriens

(Trier/Zahlé) Seit 2011 wütet in Syrien ein Bürgerkrieg. Millionen Menschen flüchten. Faose, ein Verein aus Trier, hilft, damit den jüngsten Flüchtlingen, den Kindern, ein kleines Stück Normalität gegeben werden kann - und ihre Generation nicht verloren ist. TV-Leser können mithelfen.

10.02.2015
Katja Bernardy
Trier/Zahlé. Statt mit ihren Freunden zu spielen und in die Schule zu gehen, sind sie vor Bomben und Schüssen, mit furchtbaren Bildern im Kopf, geflohen: syrische Flüchtlingskinder. "Viele von ihnen gehen seit Jahren nicht mehr zur Schule", sagt Omar Abouhamdan. Weil der Schulweg zu gefährlich geworden sei, in den Flüchtlingscamps zum Teil die Infrastruktur fehle oder eine Schule zu teuer wäre.
Der gebürtige Syrer Abouhamdan lebt seit rund zehn Jahren in Trier. Er hatte sich gegen das Assad-Regime gewehrt, sich für Demokratie eingesetzt und musste sich dem politischen Druck beugen. Rund dreitausend Kilometer Luftlinie von seinem Heimatland entfernt hat er 2011 den Trierer Verein Faose (Free Association of Syrian Expats - Für Frieden und Menschenrechte in Syrien) gegründet.
Ziel von Faose ist es, syrischen Flüchtlingen zu helfen und auf ihre Situation aufmerksam zu machen. "Mit dem Projekt ,Kids for Kids\' wollen wir syrischen Flüchtlingskindern im Libanon den Schulbesuch ermöglichen", erklärt Abouhamdan, er ist erster Vereinsvorsitzender.
Mit Hilfe von Spenden sowie Partnern in Syrien und im Libanon ist es dem Trierer Verein gelungen, eine Schule in der Nähe eines Flüchtlingscamps bei Zahlé aufzubauen und zu unterhalten. "Dort finden neben dem Schulbesuch für die syrischen Kinder und Jugendlichen auch Alphabetisierungskurse für Mütter statt", sagt Abouhamdan.
Zum einen soll den Kindern ein Stück Normalität, ein Stück ihrer verlorenen Kindheit, zurückgegeben werden. Zum anderen weiß Abouhamdan, wie wichtig Bildung für die jungen Menschen ist, die Generation, die später Syrien rehabilitieren soll. "Wir möchten die Kinder unterstützen, eine eigene Ethik und Identität, unabhängig von Radikalismus und Faschismus, entwickeln zu können und sie auf dem Weg in eine gemeinsame friedliche Zukunft begleiten", sagt Abouhamdan. Der Trierer ist davon überzeugt, dass es Syrien nur mit gut ausgebildeten jungen Menschen möglich sein wird, nach dem Ende des Bürgerkrieges das Land wiederaufzubauen. Seit November vergangenen Jahres lernen rund 80 Kinder in der von Faose erbauten Schule in der Nähe des Flüchtlingscamps. "Wir benötigen noch weitere Einrichtungsgegenstände wie Bänke, Tische und Tafeln, Schulbücher, Büromaterialien, Holz und Kohle, und Geld für die Beförderung der Kinder aus den Camps in die Schule", zählt der Vereinsvorsitzende auf. Ein Wintereinbruch, wie es ihn laut Abouhamdan schon lange nicht mehr im Libanon gegeben hat, macht nun auch Reparaturen am Planen- und Blechdach und dem Schulgebäude notwendig.
TV-Leser können unter der Projektnummer 25558 mit dazu beitragen, dass syrische Flüchtlingskinder im Libanon in die Schule gehen können. "Die Kinder sind die Zukunft Syriens", sagt Omar Abouhamdan.
volksfreund.de/meinehilfe
Extra
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