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Das Bistum Trier ist ziemlich reich und trotzdem arm dran - Droht bald ein neues Sparpaket?

(Trier) Ungeachtet eines millionenschweren Sparpakets und steigender Kirchensteuereinnahmen kommt das Trierer Bistum aus den Miesen nicht heraus. Droht nun bald eine neue Sparrunde?

03.02.2016
Rolf Seydewitz
So viel vorweg: Arm wie eine Kirchenmaus ist das Bistum Trier nicht. Bischof Stephan Ackermann und sein Generalvikar Georg Bätzing haben einiges auf der hohen Kante. Stolze 350 Millionen Euro liegen in der sogenannten Rücklage. Finanzchefin Kirsten Straus sähe es gerne, wenn "der Puffer" noch etwas üppiger gefüllt wäre. Doch derzeit kann davon keine Rede sein. Im Gegenteil. Die Rücklage des Bistums schrumpft fast so schnell wie das Eis in der Antarktis.

Dabei hatte das Bistum erst vor nicht allzu langer Zeit ein dickes Sparpaket geschnürt, das den Haushalt dauerhaft um 30 Millionen Euro entlasten sollte. Ein Flop? Nein, sagt der Generalvikar, der ja auch oberster Verwaltungschef des Bistums ist, ohne Sparpaket wäre das Minus jetzt sogar noch um eben jene 30 Millionen Euro größer. Doch auch so klafft zwischen jährlichen Einnahmen und Ausgaben eine beachtliche Lücke von rund 20 Millionen Euro; und dass, obwohl die Kirchensteuereinnahmen - 301 Millionen Euro im vergangenen Jahr - sprudeln wie nie zuvor.

Wenn Finanzchefin Kirsten Straus den Begriff sprudelnde Kirchensteuereeinnahmen hört, läuft sie rot an. Von Sprudeln könne keine Rede sein, sagt sie dann und erläutert wortreich, was ihr die Bilanz verhagelt: der Finanzausgleich mit anderen Bistümern, Tarifsteigerungen, viele Gutverdienende, die in Luxemburg arbeiten und hier keine Kirchensteuer zahlen und die niedrigen Zinsen. "Eine schwierige Situation", sagt Straus und holt tief Luft.

Muss denn nun ein neues Sparpaket auf das alte draufgesetzt werden? Der Generalvikar redet jetzt fast so wie ein Manager, sagt, dass "eine neue Konsolidierungsphase" erst mal fehl am Platz sei. Aber man werde sich von einigen Dingen, die nicht mehr tragbar seien, verabschieden müssen.

Derzeit berät eine von Bischof Stephan Ackermann eingesetzte Synode darüber, wie die Zukunft der Kirche im Bistum Trier aussehen soll. Vorgaben gibt es nicht. Wohl aber Erwartungen der kirchlichen Kämmerer: Es muss weiter gespart werden. sey

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