Andrea Schlechter wird in den kommenden zwölf Monaten den Wein von Mosel, Saar und Ruwer repräsentieren. Die 26-jährige aus Enkirch (Verbandsgemeinde Traben-Trarbach) wurde am Freitagabend in der Europahalle Trier in einer Stichwahl zur Gebietsweinkönigin gewählt. Ihr zur Seite stehen Maria Sailler (23) aus Pölich und Alexandra Rosch (23) aus Longen (beide VG Schweich).
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Blumen für die Majestäten: Die neue Weinkönigin Andrea Schlechter (Mitte) mit ihren beiden Prinzessinnen Maria Sailler (links) und Alexandra Rosch. TV-Foto: Hans Krämer
Trier/Enkirch. Fangesänge erfüllen den Raum. Fanfaren tönen. Junge Frauen und Männer stehen auf der Bühne in der Trierer Europahalle, schwenken Fähnchen, halten Banner hoch, rufen immer wieder den Namen ihrer Favoritin - eine Stimmung wie auf dem Fußballplatz. "Dass das Publikum auf die Bühne stürmt, hatten wir auch noch nicht", sagt Ansgar Schmitz, Geschäftsführer des Moselwein e. V. Die Spannung steigt. Die 26 Juroren aus Weinbau und Presse haben gerade im zweiten Wahlgang ihre Stimme abgegeben. Nun warten die 500 Gäste auf den Namen der Nachfolgerinnen von Ramona Sturm als Moselweinkönigin sowie ihren Prinzessinnen Eva Lenhardt und Maria Sailler. Andrea (Schlechter) heiße sie, verkündet Adolf Schmitt, Vorsitzender des Moselwein e.V., unter donnerndem Applaus, ihre Prinzessinnen Alexandra (Rosch) und - erneut - Maria (Sailler).
Im ersten Wahlgang kann keine der sechs Kandidatinnen die absolute Mehrheit gewinnen. "Die Jury ist sich sehr uneinig; es gibt keine klare Favoritin", sagt Schmitz. Zu diesem Zeitpunkt sind bereits drei aus dem Rennen: Elisabeth Grotowski (26) aus Trier, Pia Paga (29) aus Palzem-Kollesleuken sowie Lia Backendorf (22) aus Wincheringen (beide Verbandsgemeinde Saarburg). Diesmal sei es nicht so einheitlich wie in manch anderen Jahren, weiß Schmitz. "Einige Kandidatinnen, die heute Mittag bei der Fachbefragung ruhig gewesen sind, gehen hier aus sich heraus."
Wie Maria Sailler, die schon im Vorstellungsvideo eine gute Figur macht. Souverän plaudert sie mit Moderator und TV-Redakteur Alexander Houben über ihre Leidenschaft: das Motorbootfahren. "Sie sei Spielepädagogin?", fragt er. "Ich verkaufe spielend Wein", kontert die Hotelfachfrau, die in einer Trierer Vinothek arbeitet. Man glaubt es gerne, als sie den 2010er Riesling trocken von der Ayler Kupp anpreist: "Er strahlt im Glas." Ähnlich souverän agiert Alexandra Rosch, Studentin der Weinwirtschaft, die vom 2010er Kaseler Nieschen Ruwer-Riesling schwärmt: "Er hat ein schönes Verhältnis von Fruchtsüße und -säure - ein Allrounder!"
Andrea Schlechter geht aufs Ganze. "Ich wollte schon mit 14 Jahren Weinkönigin werden." Das hat sie bereits 2010 in ihrem Heimatort Enkirch geschafft. Nun will sie die Gebietskrone. Dabei hat sie die Liebe erst mal vom Wein weggeführt: Süße Kälbchen hätten sie veranlasst, Landwirtin zu werden. Es folgte eine Ausbildung zur biologisch-technische Assistentin und ein Job im Weinlabor. Houbens Kommentar: "Du hast die Mistgabel gegen die Pipette getauscht."
2010er Weißburgunder ist in der Flasche, die Andrea vorstellt. Schwenke man das Glas, "bildet er Kirchenfenster". Das weise auf einen hohen Alkoholgehalt hin. "Er ist weich, füllig - wie ein Pastor." Dann wird sie, wie alle Kandidatinnen, vom Improvisationstheater Spontat vor eine "weinsinnige" Situation gestellt. Sie muss den passenden Wein zu Moselfisch empfehlen: klar, den Weißburgunder.
Nach der Krönung durch Ramona Sturm ist Andrea "absolut überwältigt! Ich hatte höchstens mit der Prinzessinnenkrone gerechnet." Die Konkurrenz sei sehr stark gewesen. "Die Mädels waren alle gut." Ab Oktober studiert die 26-Jährige Weinbau und Önologie (Kellerwirtschaft ) in Geisenheim. "Das lässt sich gut mit der Aufgabe als Gebietsweinkönigin vereinbaren", sagt sie und strahlt: "Ich freue mich auf ein ganz tolles Jahr mit vielen Erfahrungen."
Zu den vielen schönen Dingen, die die Mosel zu bieten hat, findet man Zugang über den Wein. Auch die moselländische Küche ist - natürlich - vom heimischen Wein inspiriert und bereichert. mehr...
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