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Das kann sich säen lassen

Saatgutbörse in der Tuchfabrik findet großen Anklang - Vorträge und Fachliteratur runden Angebot ab

(Trier) Der Verein Transition hat im Jahr 2015 zum ersten Mal in der Trierer Tufa eine Saatgutbörse organisiert. Auch die Neuauflage am vergangenen Wochenende zog viele Gartenfreunde an, die auf der Suche nach "säenswerten" Samenkörnern waren.

29.02.2016
Trier. Gesprächsfetzen wie "mal sehen, was draus wird" oder "der ph-Wert ist zu beachten" dringen bis ans Ohr der drei Freundinnen, die sich bei Streuselkuchen und Kaffee eine Pause vom Einkauf gönnen. Keine Shoppingtour im gewöhnlichen Sinne, sondern eine Saatgutbörse führt sie wie viele Gartenfreunde an diesem Sonntag in den großen Saal der Trierer Tufa.

Ökologisches Saatgut


An verschiedenen Ständen werden Blumen- und Gemüsesamen angeboten, die es im herkömmlichen Gartencenter nicht zu kaufen gibt, und die allesamt samenfest sind. Das bedeutet, dass aus diesen Samen erkennbar der elterlichen Sorte angehörende Nachkommen gezogen werden können. "Ich war letztes Jahr schon hier, weil ich Wert auf ökologisches Saatgut lege", erklärt Eve Hollwege aus Trierweiler-Sirzenich, und eine ihrer beiden Begleiterinnen fügt hinzu, was ihr wichtig ist: "Altes Saatgut schützen und weitergeben, damit es erhalten bleibt." Die drei Damen haben sich mit besonderen Sonnenblumen, Mangold und Gartenmelde eingedeckt. Auch am Stand von "Lilatomate" herrscht großer Andrang. Buchautorin und Staudengärtnermeisterin Melanie Grabner verrät den Verkaufsschlager der Saison: "Fruchtig-süße Tomaten wie die Sorte Elberta Leeway sind besonders gefragt." Schon der Anblick der zahlreichen Fotos von schier unglaublich vielen Tomatensorten weckt bei den Besuchern die Vorfreude auf die Ernte. Dass sich aus den Samen jedes Jahr neue Pflanzen nachzüchten lassen, ist der Sinn des nachhaltigen Gärtnerns, das dem Verein Transition am Herzen liegt.

Samenbomben basteln


Verschiedene Vorträge und Fachliteratur runden das Angebot auf der Saatgutbörse ab.
Marine Pariente vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bastelt mit Kindern sogenannte Samenbomben: Feuchte Erde wird mit Bio-Katzenstreu und Wildblumensamen vermischt und zu kleinen Kugeln geformt. Nach dem Trocknen können im Frühjahr Wiesen damit "bombardiert" werden, und Wildblumen haben die Möglichkeit, sich zu vermehren. Nicht nur kleine, sondern vor allem "die großen Kinder" hätten Spaß an dieser ungewöhnlichen Art des Säens, verrät Marine Pariente augenzwinkernd. kap