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Der luxemburgische Asterix

TV-Buchserie: Maximilian Böhm erzählt poetische Geschichte über den Kampf für Freiheit, Vielfalt und Kreativität

(Trier) Ganz Europa ist von den Norkonen besetzt ... Ganz Europa? Nein! Ein von unbeugsamen Persönlichkeiten bevölkerter Zirkus im kleinen Luxchapelle hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die bunte Schar ... Maximilian Böhm aus Luxemburg überrascht seine Leser mit einem einfallsreichen Roman: "Jean Ballon und die Weltsammelmaschine".

13.01.2017
Dorothee Quaré
Trier. Sein erster Roman entführte in eine geschichtsträchtige Luxemburger Bar mit internationalen Besuchern, der zweite in die kaltglänzenden Bürotürme der Frankfurter Investmentbanken. Maximilian Böhms neues Werk "Jean Ballon und die Weltsammelmaschine" präsentiert eine Geschichte um einen kleinen Zirkus inmitten einer sich unbarmherzig verändernden Welt.

Das Buch: Schnell ist die Parallele zum Widerstand des kleinen gallischen Dorfes gegen das sich mehr und mehr ausdehnende Reich der Römer gezogen: Europa wird von den aus einem eisigen Nordreich stammenden Norkonen mit einer grausamen Militärdiktatur überzogen. Auch das kleine Luxchapelle bleibt nicht verschont. Der kleine, traditionsreiche Zirkus Muncini, der gerade dort gastiert, leistet mutig und einfallsreich Widerstand.
Ein kreativer Kopf ist der junge Jean Ballon, der als Findelkind zum Zirkus kam. Doch dann fällt auch das letzte europäische Land, und der Druck auf den Zirkus wächst, zumal Verdacht auf die Artisten gefallen ist ...
Wird es gelingen, in die stark bewachte Trutzburg des Bösen zu gelangen und der diabolischen Maschine Einhalt zu gebieten, mit deren Hilfe alle Bewohner Europas zu willenlosen Marionetten degradiert werden sollen? Das 258 Seiten starke Buch ist im Schardt Verlag erschienen und kostet 14,80 Euro.

Der Autor: Maximilian Böhm, 1965 in Mainz geboren, ist studierter Wirtschafts- und Politikwissenschaftler. Viele Jahre lang war er als Risikomanager in internationalen Großbanken tätig. Er lebt in Luxemburg und arbeitet immer noch in der Fondsbranche - als Geschäftsführer einer Managementgesellschaft. Er hat zahlreiche Wissenschaftsartikel zu wirtschaftsphilosophischen Themen veröffentlicht. Gerne schreibt er an seinen Romanen mit Hund Hugo zu seinen Füßen.

Leseprobe: "Überrascht über die bestens gelaunten Passanten auf der anderen Straßenseite forschten sie verunsichert nach dem Grund der Belustigung, und nachdem sie die rosa Farbe entdeckt hatten, stolperten sie wie aufgeschreckte Hühner um die Lastwagen herum und rauften sich die Haare. Verschämt flüchteten sie in die Kabinen ihrer Kraftwagen, starteten hektisch die Motoren und jagten unter dem anhaltenden Gejohle der Menschenmenge davon, während die mit Wäsche gefüllten Rollcontainer ziellos die Straße hinunter schlingerten."
Extra
Wir haben Maximilian Böhm gebeten, folgende Sätze zu vervollständigen: Ich habe dieses Buch geschrieben ..., "... weil ich glaube, dass es Zeit wird, unsere Demokratie und unsere freiheitlichen Errungenschaften nicht als gegeben hinzunehmen. Wie seine Vorgänger ist es ein idealistisches Buch." Das Besondere daran ist, ... "... dass im Roman böse Erfahrungen aus der Vergangenheit mit Gefahren der heutigen Zeit verbunden werden, gleichzeitig aber eine Lösung skizziert wird. Eigentlich ist es ein positives Buch, ein Märchen für Erwachsene." Auf jeden Fall lesen sollten es ... "... Menschen, die idealistisch genug sind, für sich und für andere für eine bessere, kreativere Welt einzustehen und sich nicht mit einem gleichförmigen prozessgesteuertem Alltag abfinden wollen." DQ