Muscheln gibt es nicht nur am Meer, sondern auch an Flussufern. An der Mosel sind vor allem asiatische Exemplare zu finden. Heimische Muschelarten haben es hingegen schwer.
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Die meisten von ihnen haben eine weite Reise zurückgelegt: Muscheln auf einer Sandbank an der Römerbrücke. TV-Fotos (2): Marie-Cathérine Fromm/dpa
Trier. Bei einem Strandurlaub sind Muscheln ein besonders beliebtes Mitbringsel. Doch um die Schalen zu sammeln, muss oft keine weite Reise angetreten werden. Auch an vielen heimischen Flussufern sind Muscheln in großen Mengen zu finden, auch an der Mosel. In Trier liegen Tausende von ihnen zum Beispiel auf einer Sandbank direkt an der Römerbrücke auf der Stadtseite. Auch an der Moselmündung des Biewerbachs trifft man auf Schalen.
Waschbären als Fressfeinde
Aber wie kommen die Muscheln in die Mosel? Andrea Kockler von der Kreisgruppe Trier-Saarburg des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt, dass die hiesigen Exemplare ihren Ursprung in der Fremde haben: Der überwiegende Teil von ihnen sind asiatische Körbchenmuscheln, die seit ein paar Jahrzehnten in deutschen Gewässern vorkommen und sich stark verbreiten.
"Viele Leute sind zunächst überrascht, dass es an der Mosel so viele Muscheln gibt. Und dass es dann auch noch asiatische sind, macht die Sache noch spannender", erzählt Kockler.
Die Körbchenmuscheln verbreiten sich vor allem über den Schiffsverkehr. Schiffe, die keine Fracht mit sich führen, tanken zur Stabilität Ballastwasser. Wenn im Zielhafen das Wasser abgelassen wird, gelangen auch die darin schwimmenden Organismen in neue Gewässer.
Durch die Kanäle verbreiten sich Muscheln, Schnecken oder Krebse auch in andere Flüsse. So tauchte über den Rhein-Main-Donau-Kanal die asiatische Muschel zuerst im Rhein auf. Die Körbchenmuschel ist durch ihre grobgerippte Struktur gut erkennbar. Ihre Schale ist sehr hart und dick. "Eingeschleppte Arten sind in der neuen Heimat auch deswegen so erfolgreich, weil sie keine Fressfeinde haben", sagt Kockler.
Von den in der Region lebenden Tieren könnten höchstens der Waschbär, der bei Trier-Ehrang vorkommt, oder Ratten die Schalen öffnen. Bis die Muscheln ans Moselufer gelangen, sind sie allerdings oft ohnehin schon tot. Am Trierer Moselufer finden sich neben den asiatischen Körbchenmuscheln auch einige Exemplare einer einheimischen Muschel: Die Große oder Gemeine Flussmuschel wurde wahrscheinlich durch die Hochwasser angespült. "Diese Art ist sehr selten, da sie im Unterschied zur Körbchenmuschel sehr hohe Anforderungen an die ökologische Qualität ihrer Gewässer stellt", erklärt Kockler.
Gegen die robuste und vermehrungsfreudige asiatische Variante, die jeweils bis zu 5000 Nachkommen hat, kann sie sich nur schwer durchsetzen. Die Große Flussmuschel ist vom Aussterben bedroht und wird im Anhang der Roten Liste geführt. Durch den Verlust von Sandbänken, Düngung und die Verschmutzung der Gewässer ist sie in vielen Teilen Deutschlands bereits ausgestorben.
In Rheinland-Pfalz gehören naturnahe Gewässer- und Uferabschnitte der Mosel zu einem Netz von Schutzgebieten, das Lebensräume für gefährdete Tierarten wie die Flussmuschel erhält. Es ist allerdings nicht sicher, ob der Bestand der heimischen Muschel dadurch gesichert werden kann.
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