Düsterer Semesterbeginn: Uni Trier muss sparen – Stellenstreichungen geplant
2500 Studierende verfolgen heute an der Uni Trier ihre ersten Vorlesungen. Ob sie allerdings in Zukunft noch das gleiche Studienangebot vorfinden, ist ungewiss. Denn die Uni muss sparen. Das heißt: Stellen streichen und womöglich sogar ganze Fächer aufgeben.
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Sie wollen eigentlich nur in Ruhe studieren, aber die Bedingungen werden immer schwieriger: Studentinnen und Studenten bei einer Vorlesung an der Uni Trier. TV-Foto: Archiv/Friedemann Vetter
Für rund 2500 „Erstis“ beginnen heute an der Uni Trier die Vorlesungen und damit das große Suchen – nach Seminarräumen, Büchern und neuen Freunden. Die Dozenten, Dekane und die Universitätsleitung hingegen suchen derzeit etwas ganz anderes: den Weg des geringsten Schmerzes.
Die Uni muss sparen. Schon jetzt bleiben unbefristete Professorenstellen daher unbesetzt. Doch wird das nicht genügen. Internen Berechnungen zufolge geht es um 7,5 Millionen Euro, die bis 2017 jährlich weniger ausgegeben werden müssten, um mit dem Budget zurechtzukommen. Noch hoffen alle, dass es nicht ganz so schlimm kommt. Denn entschieden ist noch nichts. „Wir befinden uns derzeit in einem guten Dialog mit dem Bildungsministerium“, sagt Universitätspräsident Michael Jäckel.
Auch intern finden im Rahmen der „Strukturdiskussion“ seit Monaten Gespräche statt. Schwierige Gespräche. Geht es doch bildlich gesprochen darum, ob man sich lieber den rechten oder den linken Arm abhackt: Alle Fachbereiche und auch Bibliothek und Verwaltung sollen Stellen streichen – in Modellrechnungen ist von insgesamt 30 Stellen die Rede. Auch über die Schließung ganzer Studienfächer wird ernsthaft diskutiert.
Inzwischen haben die Fachbereiche Vorschläge erarbeitet. Wie die aussehen, ist noch „geheim“. Frühestens Ende Oktober ist mit ersten Ergebnissen zu rechnen. Denn bis dahin wird es ein Gespräch mit Bildungsministerin Doris Ahnen geben und auch eine Klausurtagung in Otzenhausen, bei der die Verantwortlichen aller betroffenen Fachbereiche und Abteilungen zusammenkommen, um über die Sparvorschläge zu beraten, die der Senat dann im Januar beschließen soll.
Aussichten, die die Euphorie der Erstsemester bremsen könnten. Sofern sie diese überhaupt noch besitzen. Hat die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge die Welt der Studierenden doch grundlegend verändert. Veränderungen, die Uni-Präsident Michael Jäckel für die Volksfreund-Leser in einem Gastbeitrag analysiert.
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