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Eine Diva zwischen Sein und Schein

Katz-Theater Trier präsentiert das Stück "Bella Aurelia" in der Tufa - Tiefgang und komische Momente im Wechsel

(Trier) Was macht eine Frau von Welt, die schon alles erreicht hat, der ihr Dasein trotzdem leer und trist erscheint? Sie drangsaliert ihre Sekretärin - und lässt den Zufall Schicksal spielen. Im Kleinen Saal der Tufa päsentierte das Katz-Theater die französische Tragikomödie Bella Aurelia.

20.09.2015
Dorothee Quaré
Trier. Bruno Florentin ist ein Starregisseur. Was immer er anpackt, hat das Zeug zum Geniestreich. In den letzten Jahren hat er sich offenbar auf Kurzfilme spezialisiert, und die Zuschauer im voll besetzten Kleinen Saal der Tufa kommen in den exklusiven Genuss einiger dieser Oeuvres. Nicht zu verachten sind auch die perfekt choreografierten Werbespots des Kosmetikimperiums von Bella Aurelia. Die beiden Darsteller Andreas Scherf und Ulli Schena-Heinrich sorgen für viele Lacher im Saal.

Thora Kleinert führt Regie


Mit "Bella Aurelia" hat sich das Trierer Katz-Theater an eine Tragikomödie des französischen Dramatikers Yves Jamiaque herangewagt. "Das Stück hat uns sofort gefallen, weil es sehr tragische und sehr komische Elemente hat", sagt Thora Kleinert, die erstmals Regie geführt hat. "Das Stück geht teilweise in die Tiefe, ist aber auch unterhaltend. Wir hatten das Gefühl, dass wir viel von uns unterbringen können."
Bella Aurelia (Tanja Finnemann), attraktiv, Mitte 40, ist die Herrscherin der gleichnamigen Kosmetikfirma mit 3000 Mitarbeitern. Sie ist aber auch eine einsame Diva, die von ihrem Sohn um Geld angebettelt wird und ihre Privatsekretärin Felicia (Sara Schilasky) tyrannisiert. Für Abwechslung in ihrem Leben sorgt eine aberwitzige Idee: Drei Männer wählt sie zufällig aus, mit ihr Geburtstag zu feiern. Der charmante Vincent (Michael Roller) - ist er nun eigentlich Literaturprofessor oder doch Abenteuerjournalist? - schickt sich an, das Herz von Aurélie im Sturm zu erobern. Ihr Glück versuchen auch Starregisseur Bruno (Hejo Kessler), der schließlich zugibt, in Geldnöten zu sein, sowie der gut geerdete Tischler Noé (Stephan Moll), der sich bereits an der Wandvertäfelung der Diva die Zähne ausgebissen hatte. Innerhalb von drei Stunden und zwei Akten entspinnen sich in bester französischer Manier komplizierte Beziehungsgeflechte und pointierte Dialoge, wobei auch Aurélies Exmann (Gerd Freyberg) noch ein Wörtchen mitzureden hat.
"Vor allem die beiden Hauptdarsteller Aurélie und Vincent spielen und harmonieren sehr gut", sagt Zuschauerin Gudrun Hufnagel, die zurzeit Urlaub in Trier macht. "Man sieht, dass alle miteinander viel Spielfreude haben." Und Ingo Warken aus Daun stellt fest: "Ich bin wirklich ergriffen. Das Stück hat viele sehr komische Momente und kann dann im nächsten Augenblick wieder ganz ernst sein. Das ist schon sehr gut."
Weitere Aufführungen im Kleinen Saal der Tufa: 25. und 30. September, 3. und 4. Oktober, 20 Uhr, Vorverkauf bei Ticket Regional.