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aus unserem Archiv vom 22. Mai 2012
Autor: Anke Emmerling Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Trier Drucken  E-Mail

Hendrix in neuem Gewand

Unter dem Titel "Thomas Blug plays Hendrix" haben der Saarbrücker Gitarrist Thomas Blug und seine Band ganz eigene Interpretationen von Jimi-Hendrix-Klassikern gespielt. Das Konzert vor rund 80 Zuhörern in der Tufa Trier war ein furioses und hochkarätiges Vergnügen.
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Trier. Jimi Hendrix hat eine weiße und eine im Flower Power Look bemalte Fender Stratocaster gespielt und ist mit drei Bandkollegen aufgetreten. Genauso macht es Thomas Blug in seinem aus Anlass von Hendrix 40. Todestag entstandenen Programm. Doch darüber hinaus vermeidet er es, sich - wie etwa Randy Hansen - als Reinkarnation des großen Meisters zu gerieren; er kopiert nicht, er interpretiert. Und das klingt frisch und überraschend: "Hey Joe" mutiert nach dem markanten Original-Intro vorübergehend zu Stevie Wonders "Superstition". "Foxy Lady" verschmilzt mit "Sex and Drugs and Rock \' n\' Roll". Zu "Vodoo Child" gesellen sich Bob Marleys "I Shot the Sheriff" sowie Led Zeppelins "Whole Lotta Love". Und irgendwo blitzt auch mal eine klassische Partie à la Bach auf.
Mit einem Fundament aus meisterhaft gespieltem Blues, Rock und Rock \' n\' Roll transportieren diese Neuschöpfungen einerseits den Esprit der Rock-Ära der 1970er. Das vor allem durch die in ihrer Melodik und Dramatik bis ins Mark dringenden Soli und Riffs Thomas Blugs. Sie lehnen sich mit Hilfe des Wawa-Effektgeräts zuweilen an den charakteristisch verzerrten Hendrix- Original-Sound an. Ein Weiteres tut die Stimme von David Readman, die im Klang verblüffend der von Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant und im Pathos der von Ian Gillan (Deep Purple) ähnelt. All das verknüpft sich jedoch mit Modernem, zum Beispiel sattem Groove und peitschenden Funk-Rhythmen. Dafür zeichnen der ebenso kraft- wie gefühlvolle Drummer Bodo Schopf und Bassist Reggie Wor thy verantwortlich. Letzterer heizt zusammen mit Blug maßgeblich die Dynamik an. Angefangen bei schillernden Saitenduetten zwischen ihnen gibt es Feuer auf die Ohren der Zuhörer. Das zündet und brennt nachhaltigen Eindruck ein: Den, dass Thomas Blug zu Recht den vom Deutschen Rockmusiker Verband verliehenen Titel "Bester deutscher Rock-Pop-Gitarrist" trägt. Und den, dass er Hendrix mit der experimentierfreudigen Transformation seiner Stücke größeren Respekt erwiesen hat als durch Kopie möglich.

 




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