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Hospitien-Stiftung: Holzeinschlag in Euren war notwendig

(Trier.) Schlagen die Vereinigten Hospitien im Wald zwischen Euren und Herresthal mehr Holz als nötig? In Trier hat das Thema Mitte Februar für Aufsehen gesorgt. Jetzt meldet sich der Stiftungsdirektor zu Wort.

26.02.2016
„Wie nach einem Bombeneinschlag“ – so hatte der Eurener Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz den Wald in seinem Stadtteil beschrieben, als der TV am 12. Februar über das Thema berichtete. Die Vereinigten Hospitien, denen das Waldgebiet gehört, hatten zahllose Bäume fällen lassen, teils mit schweren Erntemaschinen, die auf den Wald- und Wanderwegen deutliche Spuren hinterlassen hatten. Die Vereinigten Hospitien, eine staatliche Stiftung, hatten ihr Konzept für die Waldbewirtschaftung zuvor geändert. Nicht mehr das Trierer Forstamt hatte das Holz geschlagen und vermarktet, sondern ein privates Forstunternehmen aus Luxemburg. Der Einschlag war rechtlich in Ordnung, ergab die TV-Recherche – wurde aber auch vom Trierer Forstamsleiter kritisch beäugt. 

Nun äußerte sich erstmals Stiftungsdirektor Doktor Hubert Schnabel zum Holzeinschlag. Bei der TV-Recherche hatte er eine Stellungnahme unter Verweis auf ein Gespräch mit dem Forstamt noch abgelehnt. Der Hospitienwald werde nach ökologischen und ökonomischen Grundsätzen bewirtschaftet, teilte er gestern mit. „Die Vereinigten Hospitien sind eine Sozialstiftung, die den Zweck verfolgt, alten, kranken, behinderten und benachteiligten Menschen zu helfen. Zur Erfüllung und Finanzierung dieses Stiftungszweckes bewirtschaften die Vereinigten Hospitien auch Waldflächen.“

Seit mehreren Jahren beschäftige die Stiftungsverwaltung sich mit der, so Schnabel, „wirtschaftlich schwierigen Situation und den beunruhigenden betriebswirtschaftlichen Ergebnissen des Forstbetriebes“. Um weiteren Verlusten vorzubeugen, sei mit Unterstützung einer renommierten, unabhängigen Forstberatungsgesellschaft ein neues Konzept zur naturgemäßen Waldbewirtschaftung erstellt worden. Damit verbunden seien die Aufarbeitung von Durchforstungsrückständen, die Verbesserung der Verkehrssicherheit und die Vermeidung von Rehwildverbissschäden. Schnabel: „Der Eurener Wald wird nicht planlos abgeholzt, sondern nach den Grundsätzen der naturgemäßen Waldwirtschaft und geltendem Forstrecht bewirtschaftet. Ein wesentlicher Teil der Baumfällarbeiten im Eurener Wald war zur Verkehrssicherung und zur Abwehr von Gefahren notwendig.“

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