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Karneval ohne Katerstimmung: Glasverbot am Trierer Hauptmarkt, Party in der BBS

(Trier) Jugendliche, die total betrunken, zu spät und ohne Aufsicht unterwegs sind - das wollen Polizei und Stadt Trier am Weiberdonnerstag unbedingt verhindern. Helfen soll dabei auch die beliebte Party in der BBS-Aula.

22.02.2017
Rebecca Schaal
Trier "Vor Fehlern ist niemand sicher. Das Kunststück besteht darin, denselben Fehler nicht zweimal zu machen." Es ist zwar nicht bekannt, ob dieses Bonmot des ehemaligen britischen Premierministers Edward Heath seit Weiberdonnerstag 2012 im Rathaus oder Polizeipräsidium hängt. Zumindest aber haben es sich die Verantwortlichen zu Herzen genommen, seit die Situation an Weiberfastnacht in Trier vor fünf Jahren eskalierte und rund 40 junge Menschen mit teils schweren Alkoholvergiftungen im Krankenhaus landeten.

Zwar gibt es morgen kein Alkoholverbot rund um den Hauptmarkt; aus Sicherheitsgründen ist aber Glas verboten. Dies wird an mehreren Stellen kontrolliert - genau wie der Jugendschutz. Polizei und Jugendamt arbeiten dafür wie in den vergangenen Jahren eng zusammen. Werden (zu) junge Menschen von den Einsatzkräften aufgegriffen, stehen im Palais am Domfreihof Räume zur Verfügung, "wo ansprechbare Jugendliche von ihren Eltern abgeholt werden können", sagt Ralf Krämer, Leiter der Polizeiinspektion Trier.

Sind die Jugendlichen nicht mehr ansprechbar - und damit ein Fall für die Notaufnahme - sind auch die Krankenhäuser vorbereitet: "Für Weiberdonnerstag haben wir hier im Klinikum Mutterhaus Mitte mehr Personal vor Ort und auch im Hintergrund. So ist sichergestellt, dass die Patienten, die notfallmäßig zu uns kommen, behandelt und betreut werden können", berichtet etwa Ute Barbara Schmitt, Leitende Oberärztin in der Zentralen Aufnahme des Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen, auf TV-Anfrage.

Das Exhaus und der Mergener Hof veranstalten in diesem Jahr wieder eine große Karnevalsparty in der zentral gelegenen Aula der Berufsbildenden Schule Trier (Start: 15 Uhr). Jugendliche ab 14 Jahren können dort feiern. Mineralwasser gibt’s umsonst, härtere Sachen als Bier oder Biermixgetränke gar nicht. Ein privater Sicherheitsdienst kümmert sich um Einlasskontrollen und auch darum, dass die Lage draußen nicht eskaliert. Ein Konzept, das die Polizei ausdrücklich begrüßt, "weil wir die jungen Menschen so eher von neuralgischen Punkten wie der Treverispassage wegbekommen", sagt Franz-Dieter Ankner, stellvertretender Trierer Polizeipräsident. Auch Baudezernent Andreas Ludwig lobt als Vertreter der Stadt die Veranstaltung: "Ich habe mir das im vergangenen Jahr angesehen und muss sagen: Das ist gut gelaufen."

In Läden und Kneipen will die Stadt den Jugendschutz ebenfalls kontrollieren. Zudem gibt es auf dem Festgelände am Hauptmarkt Bändchen in verschiedenen Farben fürs Handgelenk, die die Einhaltung der Altersgrenzen sicherstellen sollen.

Mit im Boot sind seit den Vorkommnissen 2012 auch die Trierer Schulen. Ein stichprobenartiger Rundruf zeigt, dass der Schulbetrieb an Weiberdonnerstag unterschiedlich gehandhabt wird: Während die Schüler des Humboldt-Gymnasiums und des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums freihaben, dauert der Unterricht am Max-Planck-Gymnasium bis 13 Uhr. An den Berufsbildenden Schulen (BBS) Ernährung, Hauswirtschaft und Sozialpflege sowie Gewerbe und Technik gibt es ganz normalen Unterricht. An der BBS Wirtschaft wird bis 11 Uhr gelernt - und danach gefeiert. Monika Leinen: "Die Schülervertretung hat sich gewünscht, dass es eine schulinterne Karnevalsveranstaltung ohne Alkohol gibt."
SO FEIERN DIE JECKEN AUF DEM HAUPTMARKT
 
Extra
Nach der Rathauserstürmung und der "Festnahme" des Oberbürgermeisters (10.30 Uhr) erfolgen nach einem Zug durch die Stadt um 11.11 Uhr die Schlüsselübergabe und die Verkündung der närrischen Gesetze. Damit ist in Trier der Straßenkarneval offiziell eröffnet. Auf dem Hauptmarkt gibt es bis 16 Uhr Musik von DJane Rent a Sunshine, Kamelle Kapelle, Leiendecker Bloas, de Hofnarren und Fun 2.0. Die Moderation übernimmt Alex Meusel.