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Königsmord in der Bankzentrale

(Trier) Macht, Gier und die Folgen sind die zentralen Themen im Bühnenstück "Macbeth" des englischen Dichters William Shakespeare (1564 - 1616). Grund genug für die Mitglieder der English Drama Group der Universität Trier, die Handlung in eine moderne Großbank zu verlegen. Vor 140 Zuschauern feierten sie erfolgreich Premiere, drei weitere Vorstellungen wird es geben.
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Trier. Solange Großbritannien nicht der Euro-Zone beitritt, fühlt Macbeth sich sicher. Humorvoll und treffsicher nimmt die English Drama Group die Banken- und Finanzwelt aufs Korn. So erhält der Klassiker des englischen Dichters William Shakespeare, der schon Generationen von Schülern im Englisch-Unterricht heimsuchte, ein neues Gewand. Kurzerhand wird die Handlung in eine moderne schottische Großbank verlegt.
Turbulent geht es zu in der "Royal Caledonian Bank". Eine feindliche Übernahme durch eine norwegische Bank droht und kann abgewendet werden, Vorstandsmitglied Ella Macbeth (Anna Weinand) zeigt sich erfolgreich in den Verhandlungen. Im Original aus dem 17. Jahrhundert ist es ein Krieg zwischen Schottland und Norwegen, in dem der schottische Adlige Macbeth zum Helden wird. Bereits seit 1974 bringt die Gruppe, bestehend aus Studenten und Dozenten der Universität Trier, regelmäßig englischsprachige Dramen auf die Bühne.
"Im Zuge der Bankenkrise bot es sich an, eine Bank als Schauplatz zu wählen. Wir dachten uns, die zentralen Themen im Stück, Macht und Gier, lassen sich sehr gut auf das Gebaren der Finanzwelt übertragen", sagt Christoph Nonn, einer der Leiter der Gruppe. Und so mordet sich Macbeth durch die Finanzwelt, um schließlich den Posten des Chief Executive Officers (Geschäftsführers) zu übernehmen.
Das Drama nimmt seinen Lauf und ist nicht weniger blutig als das Original. Die 140 Premierengäste im großen Saal der Tufa sind begeistert, vor allem ob der humoristischen Einlagen der "Three Cleaners": Die Putzkolonne ist die moderne Version der drei Hexen, die mit ihren Prophezeiungen Macbeth vorführen.
Wer sich das Stück anschauen will, hat noch an drei Terminen Gelegenheit dazu.

Am heutigen 23. April sowie am 3. und 5. Mai kommt die mordende Bankerin Macbeth in die Tuchfabrik. Karten gibt es für 10, ermäßigt 7 Euro. Reservierungen und weitere Informationen unter 06581/3082.


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