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Landesspiele der Special Olympics 2017: Stadt Trier bewirbt sich voraussichtlich um Ausrichtung

Stadt bewirbt sich voraussichtlich um Ausrichtung der Landesspiele der Special Olympics 2017

(Trier) 1300 Sportler mit geistiger oder körperlicher Behinderung treten bei den Landesspielen der Special Olympics in 15 verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Für das Jahr 2017 bewirbt sich Trier voraussichtlich als Ausrichter - falls der Stadtrat zustimmt.

04.01.2016
Andrea Weber
Trier. Boccia, Golf, Reiten, Leichtathletik und Schwimmen: Das sind fünf der 15 Disziplinen bei den Special Olympics, bei denen sich geistig und mehrfach behinderte Menschen miteinander messen. Unter dem Motto "Gemeinsam stark" sei jeder willkommen, sagt Wilfried Kootz, Presseverantwortlicher für den Verband Special Olympics Rheinland-Pfalz.
Auf Initiative der Lebenshilfe und Trierer Sportvereine hin wird sich die Stadt voraussichtlich für die Landesspiele 2017 bewerben. Der Stadtvorstand wird dem Stadtrat laut Pressesprecher Ralf Frühauf eine Bewerbung für die sechsten Regionalen Spiele vorschlagen. Dieser wird Anfang 2016 darüber beraten.
Für die Ausrichtung sei es wichtig, dass alle an einem Strang zögen, sagt Kootz. Sie bräuchten die Unterstützung der Stadt, der Vereine und der Tourismus-Szene. Zahlreiche Sportstätten werden benötigt (siehe Extra). Außerdem müssen 1300 Sportler und rund 650 Helfer an den drei Wettbewerbstagen in Trier übernachten.
Zwischen 150 000 und 180 000 Euro kosten die Landesspiele der Special Olympics. Ein Großteil werde durch Spenden, Sponsoring und eine Versorgungspauschale, die jeder Teilnehmer zahlen muss, finanziert, erklärt Kootz.
Die Stadt wird laut Frühauf kein Geld für die Veranstaltung ausgeben, sie aber unterstützen: Sie stellt zum Beispiel Sportstätten kostenlos zur Verfügung, reinigt diese während der drei Tage und entsorgt den Müll. Außerdem vermittelt sie Kontakte zu Kooperationspartnern, organisiert Übernachtungen und hilft bei der Suche nach kostengünstigen Dienstleistungen. Die Voraussetzungen für die Spiele seien in Trier gegeben, ist sich Kootz sicher: "Trier ist eine Stadt mit Herz. Deshalb wäre das eine tolle Sache!"
Gestemmt wird die Veranstaltung ausschließlich von Ehrenamtlichen. "Wer einmal mitgemacht hat, will immer wieder dabei sein, das ist wie ein Virus", sagt Kootz. Der große Aufwand sei aber ein Grund dafür, dass die Landesspiele 2017 zum letzten Mal im Zweijahresrhythmus stattfinden. Danach nur noch alle vier Jahre. Das Ziel der Special Olympics ist, dass Menschen mit Beeinträchtigungen ein selbstständiger Teil der Gesellschaft und der olympischen Familie werden.
"Wenn es klappt mit der Trierer Bewerbung, wollen wir wieder ein Inklusionsfestival mit Herzlichkeit erleben", sagt Kootz. "Das ist eine Herausforderung, aber ich gehe davon aus, dass das für eine Stadt wie Trier, die so gut aufgestellt ist mit Vereinen und einer guten Lebenshilfe, kein Problem ist."
Die Erstplatzierten der Landesspiele qualifizieren sich automatisch für die nationalen Spiele. Aber jeder werde gewürdigt, verspricht Kootz: "Bei uns ist jeder ein Gewinner."
Weitere Informationen zu den Special Olympics unter
specialolympics.de
Extra
Sollte die Stadt Trier die Special Olympics 2017 ausrichten, müssen folgende Sportstätten zur Verfügung stehen: eine Reithalle, ein Golfplatz, ein Bowling-Center, Boccia-Bahnen und ein Schwimmbad. Außerdem ein Radfahrparcours, ein See oder ein Gewässer für die Kanuten, zwei Fußballplätze (am besten Rasen), ein Tennisplatz und mindestens vier Sporthallen für Basketball, Badminton, Judo und Tischtennis. aweb
Extra
Special Olympics ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Von den Paralympics unterscheidet sie sich dadurch, dass dort Menschen mit körperlicher Behinderung teilnehmen. Die Special Olympics wurden 1968 von Eunice Kennedy-Shriver, der Schwester von John F. Kennedy, gegründet. 1988 wurden sie offiziell vom Olympischen Komitee anerkannt. 1991 wurde Special Olympics Deutschland gegründet, 2004 der Landesverband Rheinland-Pfalz. Bislang haben die Städte Bad Kreuznach (2006), Mayen (2009), Bitburg (2011), Kaiserslautern (2013) und Speyer (2015) die rheinland-pfälzischen Landesspiele ausgerichtet. aweb

 

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