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Landschaftsarchitekten zeichnen Uni-Campus und Palastgarten aus

(Trier) Der Campus der Universität Trier und der Palastgarten sind laut Meinung der deutschen Landschaftsarchitekten „besondere Orte“. Beide Freiräume sind für die Trierer Stadtentwicklung von großer Bedeutung.
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Beliebt bei den Trierer Studenten ist das Forum zwischen Mensa und Hauptgebäude. Auf dem Platz treffen sie sich oder warten geduldig darauf, dass sie endlich zur Essensausgabe vorrücken können. Manche sitzen auch einfach nur auf den Bänken und Steinen am Forum und genießen die Sonne. Kein Auto stört die Idylle. Auf dem Campus laden Skulpturen Studenten, Sportler und Sonnenhungrige ein, innezuhalten und den Alltag für eine Pause im Grünen zu unterbrechen. Fußgängerstege überbrücken die Straßen und verbinden Gebäude sowie Plätze miteinander.

„Der Campus der Universität ist prägend für die Entwicklung der Trierer Höhenstadtteile“, sagt Christoph Heckel. Er ist Mitglied des Bunds Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) und hat den Trierer Uni-Campus für das BDLA-Projekt „100 besondere Orte“ (Extra) vorgeschlagen.

„Das Konzept der Freiräume findet sich beispielsweise in Tarforst und auf dem Petrisberg wieder“, erklärt der Landschaftsarchitekt. Statt standardisierter Lösungen – wie beispielsweise an der Ruhr-Universität Bochum – seien auf dem Campus individuell entworfene Gebäude gebaut worden. Auf der ehemals landwirtschaftlich und militärisch genutzten Fläche auf der Tarforster Höhe ist eine Parklandschaft geworden, die nicht nur einen Ort zum Lernen, sondern auch zum Leben bietet. „Der Uni-Campus ist Studien-, Feier-, Kultur- und Sportraum in einem“, schwärmt Heckel.

Gemeinsam mit dem BDLA organisiert die Universität Trier zwischen April und Oktober mehrere Vorträge zur Kunst, zur Natur und zur Architektur des Campus. Die Auftaktveranstaltung ist für den 25..April geplant. Ziel der Reihe, zu der auch ein Sommerfest gehört, ist es, die Besonderheiten der Parklandschaft einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

„Mit etwas Glück können in diesem Jahr auf dem Campus die Arbeiten für einen chinesischen Garten anfangen“, erzählt Heckel. Weil an der Universität Trier das Fach Sinologie studiert werden kann und das Konfuziusinstitut dort seinen Sitz hat, habe die Deutsch-Chinesische Gesellschaft angeregt, diesen auf dem Universitätsgelände anzulegen.

Neben der Universität zählt auch der Trierer Palastgarten zu den vom BDLA ausgewählten „besonderen Orten“. „Der Park am kurfürstlichen Palais ist Triers ,gute Stube’, aber auch Treffpunkt für viele Trierer“, sagt Heckel zur BDLA -Entscheidung. Triers abwechslungsreiche Geschichte spiegele sich im Palastgarten wieder. In römischer Zeit sei dort wahrscheinlich noch Gemüse angebaut worden – später wurde er als Barockgarten und Paradeplatz genutzt, bis er nach dem Zweiten Weltkrieg wieder als Park hergerichtet wurde. „Für die Naherholung der Trierer ist der Palastgarten sehr wichtig“, begründet Heckel diese BDLA-Entscheidung. Dies würde auch dadurch belegt, dass in der Öffentlichkeit wiederholt Themen wie Vermüllung, Grillverbot und soziale Sicherheit des Parks diskutiert wurden.

Wie der Palastgarten der Öffentlichkeit präsentiert werden kann, wird noch erörtert. Heckel schwebt etwa eine Dokumentation der Parkgeschichte vor.

 


Extra

In diesem Jahr feiert der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) seinen 100. Geburtstag. Aus diesem Grund hat der Berufsverband in Deutschland 100 landschaftsarchitektonisch wertvolle Grünanlagen mit dem Prädikat „besonderer Ort“ ausgezeichnet.

Neben dem Uni-Campus ist auch der Trierer Palastgarten in diese Gruppe aufgenommen worden. Wie er der Öffentlichkeit vorgestellt wird, diskutieren Verband und Stadt noch.

 

Extra

Der Uni-Campus hat eine Fläche von 110.Hektar, das entspricht etwa 200 Fußballfeldern. Mit dem Bau des Campus.1 wurde 1974 begonnen, abgeschlossen wurde er im Jahr 2000. Der Campus.2 ist zwischen 1993 und 2005 verwirklicht worden.

Von anderen deutschen Universitäten, die Ende der 1960er gegründet wurden, unterscheidet sich der Uni-Campus dadurch, dass er die Geländeform in seiner Landschaftsarchitektur aufgreift.


 


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