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Mehr als plumpe Nacktheit - Benefizkalender der Trierer Hochschulen "Unikörper 2015" - Vernissage lockt Hunderte Neugierige

(Trier) Für einen guten Zweck haben sich Trierer Studenten ausgezogen und sich von Fotografen aus der Region ablichten lassen. Die Ergebnisse wanderten in den Unikörper-Benefiz-Aktkalender der Trierer Hochschulen, der auch dieses Jahr wieder für den guten Zweck verkauft wird.

03.11.2014
Stefanie Braun
"Bringst du mir noch das doppelseitige Klebeband mit?", fragt Ulysses Wagner ins Handy. Noch 20 Minuten vor der offiziellen Eröffnung der Vernissage des Unikörper-Benefiz-Aktkalenders der Trierer Hochschulen hat der 30-jährige Student der Psychologie und Philosophie allerhand zu tun. Immerhin hatten allein auf Facebook bereits 230 Leute der Einladung zur Veranstaltung zugesagt.

Der Anklang, den der Kalender für den wohltätigen Zweck findet, wird mit jedem Mal größer, nicht nur bei Sponsoren und medialen Vertretern, sondern auch bei potenziellen Models: "Es besteht weniger Misstrauen." Dabei achten Wagner und die Fotografen besonders darauf, dass die Models mit dem Ergebnis wirklich zufrieden sind. "Wenn jemand auf dem Foto nicht zu erkennen sein möchte, dann beherzigen wir das. Ebenso wenn jemand ein bestimmtes Körperteil nicht zeigen möchte."

Vier Fotografen am Werk

Insgesamt vier Fotografen gibt es in diesem Jahr für den Kalender, Marco Piecuch, der von der ersten Stunde an dabei war und neben Wagner Geschäftspartner für den Kalender ist, Vic Vicious, Geraldine Hutt und Claudia Stierwald.

Um Model sein zu können braucht man keine Modelmaße. Wichtig ist, dass es sich um Studenten auf den Fotos handelt, dass man gewillt ist, einen Vertrag zu unterschreiben, der die Rechte auf beiden Seiten schützt und dass man keine Angst davor hat, den eigenen Körper zu zeigen.

Die 29-jährige Studentin Olivia hat keine Scheu davor. Die Lehramtsstudentin für die Fächer Deutsch und Italienisch nennt sich selbst einen offenen, körperbewussten Menschen. Zusammen mit ihrer Fotografin Geraldine Hutt begab sie sich auf einen Hügel zwischen Thalfang und Trier, um sich dort ablichten zu lassen. Immer wieder besprachen die beiden die gerade entstehenden Fotos und pirschten sich so an die Idee heran: "Bis schließlich der Juni dabei herauskam". lacht die Studentin. Auch der gebürtige Trierer Bernd, der in Bonn studiert, hat sich von Geraldine Hutt fotografieren lassen: "Man merkt einfach, dass die Fotografen mit einem Bild im Kopf ankommen und nicht plump Nacktheit ohne Sinn und Zusammenhang fotografiert wird." Die angehende Fotografin Vic Vicious weiß, was es bedeutet einen Menschen zu fotografieren und um die Schwierigkeit, wenn derjenige keine Kleidung trägt: "Mich fasziniert das Inszenieren und Darstellen von Menschen, wie sie sich sehen und wie sie sich sehen möchten."

Der Erlös aus dem Verkauf des Kalenders geht in diesem Jahr zum zweiten Mal an die deutsche Aidsstiftung und zum ersten Mal an den Förderverein krebskranker Kinder.

Den Wendekalender mit 24 Aktmotiven gibt es für zehn Euro zuzüglich Versandkosten unter unikoerper.de