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Mit dem Velomobil von Igel über Frankreich zur Porta Nigra

(Igel/Trier) In Igel sind 22 Männer mit ihren Velomobilen - einer Art dreirädrigem Fahrrad - zu einer 4000 Kilometer langen Reise aufgebrochen. Ziel ist Trier - exakt in drei Wochen.

17.07.2017
Karin Pütz
Als Letzter trifft Olof Jern ein. Mit leicht verschrammtem Gesicht erzählt der Finne grinsend, dass er auf dem Weg nach Trier zwei kleine Unfälle hatte. Dennoch ist er guter Dinge und macht sich für ein Gruppenfoto bereit.

Er ist einer von 22 Männern im Alter zwischen Mitte 30 und Mitte 60, die zu einer Frankreichreise der besonderen Art aufbrechen. In den nächsten drei Wochen werden sie im Durchschnitt täglich im Schnitt 200 km mit ihren Velomobilen zurücklegen - insgesamt über 4000 Kilometer, Ausflüge außerhalb der Route inbegriffen.
Josef Janning ist Initiator der Tour. "Am 5. August werden wir auf dem Porta-Nigra-Vorplatz zurück sein. Und zwar pünktlich um 15 Uhr - Sie können die Uhr danach stellen", meint Janning.
Die Tour ist genau getaktet, die Unterkünfte und Stopps exakt vorbereitet.

Treffpunkt vor der Abreise ist der Campingplatz in Igel. Dort stehen neben den Velomobilen die Zelte der Teilnehmer sowie ein Sprinter-Kastenwagen, der als Begleitfahrzeug im Falle von Pannen, Unfällen oder Krankheit als Sicherheit dient.

Nicht zum ersten Mal begeben sich die Männer auf eine große Velomobil-Reise. "Vor drei Jahren haben wir die Ostsee umrundet, vor fünf Jahren waren wir in den USA", erzählt Tour-Organisator Janning. Beim ungewohnten Anblick der Gefährte drängt sich der Gedanke an Seifenkisten auf. Doch das ist für die passionierten Velomobil-Fahrer eine Beleidigung.

Immerhin steckt im Gegensatz zur lediglich bergabrollenden Seifenkiste viel Muskelkraft dahinter. "Wir fahren auch teilweise die Strecken der Tour de France über die Alpen und die Pyrenäen."Josef Janning ist die Vorfreude auf die Reise anzumerken. Von Trier werden sie unter anderem Verdun, St. Malo, Ile de Ré, St. Remy und Nancy passieren.

Die Teilnehmer wissen, dass auch diesmal viele Menschen mit Fragen auf sie zukommen werden. Dann geben die Männer aus Deutschland, der Schweiz, den USA, aus Finnland, Dänemark und den Niederlanden gerne Auskunft. "Wir wollen zeigen, dass wir mit unseren Velomobilen Dinge können, die man mit dem Auto nicht macht", erklärt er lachend.

Velomobile sind dreirädrige Liegeräder mit einer geschlossenen Verkleidung aus Carbon.Neben dem Schutz vor Fahrtwind und Regen sorgt diese für einen niedrigen Luftwiderstand. Daher schafft ein solches Fahrzeug eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Kilometern pro Stunde. Die Anschaffungskosten liegen zwischen 5000 Euro und 10 000 Euro.

Auf dem Igeler Campingplatz setzen sich indes alle Fahrer zum "Riders-Meeting" zusammen, um letzte Details durchzugehen. "Bis in drei Wochen um 15 Uhr!", ruft Janning den Nichtbeteiligten zu.
Alle Informationen zur Route, den Fahrern und den Velomobilen unter www.3wheels4france.eu