region/trier

NPD-Kundgebung: Trier setzt ein Zeichen gegen Rechts

(Trier) „Trier braucht dich und keine Nazis“: Diesem Aufruf des Bündnis gegen Rechts sind am Samstag bis zu 400 Menschen gefolgt, um gegen Rassismus und Faschismus zu demonstrieren. Anlass war eine Kundgebung der NPD, die von Hunderten Polizisten begleitet wurde und ohne besondere Vorkommnisse ablief. Dossier zum Thema: Extra

17.03.2012
Marcus Hormes
Samstagnachmittag, 13.15 Uhr vor der Porta Nigra. Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen fordert die zunächst 300 Zuhörer über Mikrofon dazu auf, sich überall und jederzeit klar gegen Rechtsextremismus zu bekennen. Sein Ziel: ein buntes, tolerantes, offenes Trier.

Komplett dicht für den Straßenverkehr ist an diesem Nachmittag die Nordachse des Alleenrings – aus Sicherheitsgründen.

34 Gruppen von der Arbeitsgemeinschaft Frieden bis zur Verdi-Jugend haben den Aufruf des Bündnis gegen Rechts Trier unterstützt. Alle eint die Abneigung gegen die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), die sich in Trier mit den Mitarbeitern des insolventen Stahlwerks solidarisch zeigen will.

Aus Sicht von Marcus Heintel vom Deutschen Gewerkschaftsbund ist das nur ein Vorwand: „Die neofaschistischen Rattenfänger sind die Feinde der Arbeitnehmerbewegung.“

Als sich der Demonstrationszug des Bündnis gegen Rechts in Bewegung setzt, gehen bis zu 400 Menschen mit – weniger als erwartet. An der Spitze: OB Jensen und seine Ehefrau, Sozialministerin Malu Dreyer.

Trillerpfeifen, Tröten, Trommeln

Vor dem Mehrgenerationenhaus nimmt Thomas Kupczik von der AG Frieden Stellung zu der Frage, ob Gegendemos nicht der NPD zugute kämen: „Vor 80 Jahren war es ein großer Fehler, die Straßen den Nazis zu überlassen. Dadurch fühlten sie sich ermutigt.“

Fabian Jellonnek vom Multikulturellen Zentrum spricht einen privaten Wunsch aus: „Wir müssen so viele werden, dass wir die Faschisten blockieren können. Dann haben diese Selbstdarstellungsmärsche ein Ende.“

Um 15.15 Uhr schwenken 40 NPDler vom Hauptbahnhof auf die Theodor-Heuss-Allee ein, abgeschirmt von einem massiven Polizeiaufgebot und Absperrgittern. NPD-Kreisvorsitzender Safet Babic spricht über eine Verstärkeranlage in einem Kleinbus.

Bei der Kundgebung auf dem Simeonstiftsplatz lärmen die Gegendemonstranten mit Trillerpfeifen, Tröten und Trommeln.

Um 16.50 Uhr ziehen die NPDler ab, gegen 17.20 Uhr löst sich die Gruppe am Bahnhof auf. Laut Polizei gibt es keine Zwischenfälle oder Auseinandersetzungen. Der Verkehr stockt zeitweise in Trier-Nord (Paulinstraße), wobei sich die Staus insgesamt in Grenzen halten.

Empfehlungen

Kommentare