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Prickelnde Aussichten für Trierer Sekthersteller Schloss Wachenheim

(Trier) Zu Weihnachten und Silvester haben nicht nur in Deutschland die Sektkorken geknallt. Auch im Ausland hatte der Konsum von Schaumwein am Jahresende seinen Höhepunkt. Gut für den Trierer Hersteller Schloss Wachenheim, der Absatz und Umsatz zuletzt steigern konnte.

24.02.2016
Sabine Schwadorf
Die Deutschen lieben es prickelnd – ob als Sekt mit oder ohne Alkohol, als Cocktail, Kinderpartygetränk oder weinhaltigen Perlwein. Selbst wenn der Absatz des Schaumweins laut dem Statistischen Bundesamt zuletzt um 1,5 Prozent auf 341 Millionen Liter im Jahr 2014 zurückgegangen ist, so hat jeder Deutsche doch immerhin noch 4,3 Liter Schaumwein getrunken. Und mit Ausgaben in Höhe von 16 Euro pro Person insgesamt hat jeder dem deutschen Staat über die Sektsteuer Einnahmen in Höhe von 415 Millionen Euro beschert. 

Ein Unternehmen, das seine Position in der Branche halten und sogar ausbauen konnte, ist die Trierer Schloss Wachenheim AG. Sie gehört zu den weltweit größten Herstellern von Schaumweinprodukten und ist bekannt für Marken wie Faber, Feist und Nymphenburg Sekt in Deutschland, in Frankreich für Muscador und Opéra. Produktionsstandorte liegen in Deutschland, Polen, Rumänien und Frankreich. So konnte Schloss Wachenheim seinen Absatz im ersten Geschäftshalbjahr (1. Juli bis 31. Dezember 2015) um 4,2 Prozent auf nun 126,6 Millionen Flaschen ausbauen. „Wir gehen davon aus, dass sich dieser erfreuliche Aufwärtstrend fortsetzen wird“, sagt Vorstandssprecher Wilhelm Seiler. Der Gesamtumsatz 2014/15 lag zuletzt bei knapp 290 Millionen Euro, allerdings niedriger als in den Jahren davor. Und auch im ersten Halbjahr legte der Umsatz nur wenig zu (plus 0,7 Prozent auf 168,5 Millionen Euro), der Gewinn vor Steuern und Zinsen ging im Vergleich zur Vorjahresperiode gar um knapp 13 Prozent zurück. Hintergrund: Im Vorjahr lag der Gewinn höher, weil das Unternehmen Grundstücke in Rumänien und Tschechien verkauft hatte. Dies drückt derzeit die Zahlen nach unten.

Um sich dem veränderten deutschen Markt – weniger Konsum insgesamt, mehr Absatz bei Premiumprodukten und alkoholfreiem Sekt – zu stellen, hat das Unternehmen in Deutschland Sortiment und Vertrieb angepasst. Seiler ist optimistisch, dass „die Neuorientierung beim Preis wichtiger Marken greift“. Bei der Marke Light live und dem Kinderpartygetränk Robby Bubble ist das Unternehmen in Deutschland bereits jetzt Marktführer. Am Standort Trier mit rund 180 Mitarbeitern werden Sekt, Perlwein, entalkoholisierter Sekt sowie aromatisierte, weinhaltige Getränke hergestellt. 

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