Projekt "Horus" der Universität Trier schult 120 Lehrer in Sozialkompetenz
Das Sozialkompetenz-Training des Projekts "Horus" der Universität Trier hat seine Schulung abgeschlossen. Die Lehrer sollen ihren Schülern nun Selbstwertgefühl, Teamfähigkeit und eine klare Zielsetzung vermitteln können. Ob das gelungen ist, muss sich erst noch zeigen.
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Beim Projekt „Horus“ werden Lehrer zum Sozialkompetenz-Trainer ausgebildet. TV-Foto: Anita Lozina
Trier. (alo) 120 Lehrer drückten von November an wieder die Schulbank - und das ganz freiwillig. Das Ziel: Sie sollten zu Sozialkompetenz-Trainern ausgebildet werden und ihr Wissen anschließend an ihre Schüler weitergeben. Nun hat das Projekt "Horus" der Universität Trier, gefördert von der Nikolaus-Koch-Stiftung (der TV berichtete), seine Schulung abgeschlossen.
An fünf Trainingstagen lernten die Lehrer zunächst, wie Schüler ihre Ziele erkennen können. Danach ging es an die soziale Kompetenz: Mit praktischen Übungen soll Team- und Kommunikationsfähigkeit vermittelt werden. Fähigkeiten, die in jedem Beruf erwartet werden.
"Wir wollen so den Erziehungsauftrag der Schulen wieder stärker ins Gewicht bringen", sagt Projektleiterin Michaela Brohm, Professorin an der Universität Trier. Das ist auch die Motivation der teilnehmenden Lehrer. "Man muss mit dieser Arbeit früh ansetzen", sagt Hanne Gassert-Paul von der Realschule Kusel. Auch deren Familien könnten davon profitieren, meint ihre Kollegin Gaby Bretz vom Paul-Gymnasium in Niederprüm. "Denn viele kommen heute aus Patchwork-Familien."
So manche Praxis-Modelle haben die Lehrer bereits vor dem Ende der Schulung in ihren Klassen umgesetzt. "Meine Schüler haben einen ,Perfect Day' durchgespielt. Damit konnten sie ihre Ziele erkennen und einen Etappen-Plan aufstellen", sagt Ralph Kessler von der Berufsbildenden Schule für Wirtschaft in Trier. "Die Resonanz war absolut positiv."
Ergebnisse und erfolge sollen mit Tests überprüft werden
Auch Herbert Brausch von der Berufsbildenden Schule in Wittlich machte mit den Übungen gute Erfahrungen. "So werden den Lehrern auch mal die Stärken ihrer Schüler bewusst, nicht nur die Schwächen."
Doch nicht alle Übungen lassen sich direkt auf die Praxis übertragen. "Ich arbeite mit einer fünften Klasse zusammen", sagt Gassert-Paul. "Da wäre ich dankbar für Hinweise gewesen, wie ich mit ihnen umgehen soll - denn manche Übungen sind in der jetzigen Form nicht für sie geeignet."
Auch Bretz wünscht sich dahingehend mehr Fallbeispiele. "Man müsste das vielleicht spielerischer gestalten."
Ob die Fortbildung auf lange Sicht Erfolge bringen wird und ob es wieder solche Schulungen geben wird, bleibt abzuwarten. Folgetests mit Schülern der teilnehmenden Lehrer sowie mit einer nicht-geschulten Kontrollgruppe sollen darüber Auskunft geben. "Echte Resultate kann man erst über Jahre hinweg sehen", sagt Brausch. "Das größte Problem ist aber die Zeit", sagt Gassert-Paul. "Denn im Stundenplan ist für ein Sozialkompetenz-Training kein Platz."
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