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aus unserem Archiv vom 16. Mai 2012
Autor: Björn Pazen und Marcus Hormes Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Trier Drucken  E-Mail

Rallye-WM: Gute Chancen für Trier

Der Rallye-Weltverband Fia entscheidet Ende Mai darüber, ob es 2013 in Deutschland einen Lauf zur Rallye-WM geben wird, der laut Veranstalter ADAC in Trier und Umgebung ausgetragen werden soll. Die Stadt ist zur Unterstützung bereit, wobei der Stadtrat einen Beschluss des Ausschusses noch bestätigen muss.

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Trier. Seit 2002 gehören die Fahrzeuge der Deutschland-Rallye zum sommerlichen Straßenbild in und um Trier. So lange diskutiert die Politik auch schon über die Vor- und Nachteile der Großveranstaltung. Unterm Strich stand im Trierer Stadtrat bisher eine stabile Mehrheit von Befürwortern einer ebenso stabilen Minderheit von Kritikern gegenüber.

Zahl der WM-Läufe noch unklar


So scheint es zu bleiben: Der Dezernatsausschuss III hat sich am Dienstagabend nach TV-Informationen in nichtöffentlicher Sitzung mehrheitlich für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem ADAC ausgesprochen. Es geht um die Rallyes der Jahre 2013 bis 2015, denn der ADAC als Ausrichter will langfristige Planungssicherheit. Die hätte der Motorsportclub auch gerne vom Weltverband Fia - doch der entscheidet nur noch Jahr für Jahr über die Austragungsländer der WM-Läufe. Ende Mai legt die Fia den Kalender für 2013 fest.
"Ich gehe hundertprozentig davon aus, dass im nächsten Jahr in Deutschland gefahren wird", sagte Rallyeleiter Armin Kohl aus Wittlich dem TV. Gerade, dass VW 2013 in die WM einsteigt, sei ein Kriterium. Problem ist, dass noch nicht einmal feststeht, wie viele WM-Läufe überhaupt ausgetragen werden. Werden Läufe gestrichen, trifft es auf jeden Fall europäische Länder.
Somit wird der Trierer Stadtrat bei seiner öffentlichen Sitzung am 31. Mai wissen, worauf er sich für 2013 einstellen kann. In dieser Sitzung entscheidet das Gremium über eine weitere Zusammenarbeit mit dem ADAC, und zwar für drei Jahre. Wie sich die Fia für 2014 und 2015 entscheidet, weiß dann aber auch noch niemand.

Berechnungen umstritten


Im Stadtrat gilt die Mehrheit pro Rallye als sicher. CDU, SPD, FWG und FDP gehören weiterhin zu den Befürwortern. Laut einer Studie des Instituts Biehl und Partner bringen die 29 000 Tages- oder Übernachtungsgäste 1,4 Millionen Euro pro Jahr in die Stadt (der TV berichtete). Die Berechnungen der Zuschauerzahlen und die Schlussfolgerungen daraus sind allerdings politisch umstritten.
"Wer eine Karte für drei Tage kauft, wird als Zuschauer dreimal gezählt", nennt Richard Leuckefeld (Bündnis 90/Die Grünen) als Beispiel. Das Gutachten rechne auch nicht gegen, dass viele Hotels zur Rallye-Zeit auch ohne die Motorsportveranstaltung ausgebucht wären. Mangels freier Betten bleibe also ein Teil der potenziellen Gäste Trier fern.

"Werbung der Autoindustrie"


Auch an der Umweltoffensive des ADAC lässt Leuckefeld kein gutes Haar: "Es ist doch absurd, dass der Veranstalter stolz auf Elek troautos verweist, mit denen die Fahrer testweise ein paar Runden drehen. Das ist so, als ob man neben ein Kernkraftwerk ein Windrad stellt."
Da die Stadtverwaltung alle eigenen Dienstleistungen wie zum Beispiel Absperrungen von Straßen und Plätzen mit einrechnet, macht der Posten Deutschland-Rallye im städtischen Haushalt laut Leuckefeld mehr als 130 000 Euro aus: "Das ist jedenfalls nicht gerechtfertigt, denn die Rallye ist in erster Linie eine Werbeveranstaltung der Automobilindustrie."
Extra
Wegen der Olympischen Spiele ist der Rallye-WM-Lauf 2012 eine Woche später als sonst üblich. Vom 23. bis 26. August werden die Rallyepiloten auf den 15 Wertungsprüfungen unter anderem in den Moselweinbergen, auf dem Truppenübungsplatz in Baumholder und zum traditionellen Abschluss auf dem Trierer Innenstadtkurs Circus Maximus unterwegs sein. Donnerstag, 23. August, ab 20 Uhr wird die Rallye mit dem Showstart vor der Porta Nigra eröffnet. Bis Sonntag, 26. August, schlägt das Herz der Rallye dann wieder in Trier. Fans können sich Fahrer und Fahrzeuge im Servicepark im Messepark aus der Nähe anschauen. Dort werden die einzelnen Tagesetappen auch immer gestartet. Zudem ist auf dem Viehmarkt wieder der sogenannte parc fermée, wo die Autos abends abgestellt werden, bevor sie in den Servicepark zurückkehren. Am 26. August startet um 13.21 Uhr der Circus Maximus. Die Sieger werden ab 16.30 Uhr vor der Porta Nigra geehrt. BP

 




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