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Raus aus dem Auto, rauf aufs Rad: Kirchen starten Fastenaktion

(Trier) Die evangelischen und katholischen Kirchen laden zum 19. Mal zum Autofasten ein. Aussteigern soll der Umstieg mit verschiedenen Aktionen versüßt werden – zu gewinnen gibt es für die Teilnehmer auch etwas.

10.02.2016
Sebastian Klipp
Schokolade, Fleisch oder doch die Zigaretten? Möglichkeiten zum Verzicht gibt es in der Fastenzeit sicher reichlich. Mit der Aktion Autofasten rufen die katholischen und evangelischen Kirchen nun bereits zum 19. Mal dazu auf, das Auto stehenzulassen – so oft es eben geht. Mehr als 1000 Leute haben sich bereits für die Aktion von Sonntag, 21. Februar, bis Sonntag 20. März angemeldet. Wer mitmachen möchte, kann das noch bis Sonntag, 21. Februar, auf der Internetseite www.autofasten.de, nachholen.

Fasten als Erlebnis

Um den Verzicht auf das geliebte Auto etwas leichter zu gestalten, hat sich das Bistum mehrere Partner ins Boot geholt, die wiederum mit diversen Aktionen punkten wollen. So bietet der VRT beispielsweise ein spezielles Fastenticket an. Für 60 Euro, einen Monat lang, mit Bus und Bahn im gesamten VRT-Gebiet lautet das Angebot. Veronika Zänglein, Mitglied der Geschäftsführung der VRT, sagt: „Beim Fasten steht der Verzicht gar nicht im Vordergrund.“ Vielmehr gehe es darum, Neues zu erleben. Den Weg zur Arbeit ohne Auto zu bewältigen, könne auch ein Erlebnis sein. 

Auch für den Trierer Baudezernent Andreas Ludwig ist das Fasten eine Selbstverständlichkeit. „Ich verzichte sowieso schon auf Schokolade und Gummibärchen.“ Komplett auf das Auto zu verzichten hält er hingegen für schwierig. „Bis nach Mainz geht man nicht mal eben zu Fuß.“ Auf viele kleine Fahrten möchte er aber dennoch verzichten. „Man nutzt das Auto zu häufig aus Bequemlichkeit“, sagt er. 

Als weiteren Anreiz für die Teilnahme bietet das Stadtmobil Carsharing einen Rabatt von zehn Euro an. Wer lieber mit dem Fahrrad fährt, kann sein Rad kostenlos an der Radstation des Bürgerservice durchchecken lassen. Unter allen Teilnehmern werden außerdem zehn Bahncards 25 sowie ein Fahrrad verlost. 

Der Trierer Johannes Hill hat sich bereits für die Aktion angemeldet. Mitmachen wollte er immer schon, sagt er. Das Problem: „Ich habe gar kein Auto.“ Stattdessen fährt der 54-Jährige seit Jahren nur noch mit dem Fahrrad. Er schätzt, dass er so etwa 5000 Kilometer im Jahr zurücklegt. „Das klappt auch völlig problemlos.“

Der Trierer Ole Seidel nimmt in diesem Jahr zum ersten Mal an der Aktion teil. „Heute Morgen war es schon eine kleine Überwindung“, sagt er. Bei knapp zwei Grad und anhaltenden Nieselregen ist er mit dem Fahrrad zum Kornmarkt gefahren. Irgendwann werde er aber genug Erfahrung haben, dass ihm die Kälte nichts mehr ausmacht. „Das größte Problem ist, den eigenen Schweinehund zu besiegen.“

Damit die Aktion Autofasten für die Teilnehmer möglichst erfolgreich wird, geben ihnen die Initiatoren eine Anleitung mit auf den Weg.

Machen Sie eine Bestandsaufnahme: Beobachten Sie ihre Autonutzung. Sammeln sie Tankbelege und notieren Sie sich wie viel Kilometer sie jeweils für Beruf, Einkauf, Freizeit oder Sport fahren. 

Suchen Sie Alternativen zum Auto: Nehmen Sie den Fuß von der Ideenbremse. Welche Strecken können Sie zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus zurücklegen? Können Sie Fahrgemeinschaften zum Einkauf oder zur Arbeit bilden? Machen Sie ein kreatives Gedankenspiel, wo Sie in ihrer Freizeit Spaß und Erholung ohne Auto haben können. 

Setzen Sie sich konkrete Ziele: Wählen Sie aus ihren Ideen Punkte aus, mit denen Sie beginnen möchten. Je konkreter und realistischer die Ziele sind, desto wahrscheinlicher werden Sie sie einhalten können. 
 
Setzen Sie die Ziele um: Schreiben Sie ihre Ziele auf und befestigen Sie einen Zettel im Auto. Auf www.autofasten.de gibt es außerdem die Möglichkeit, die eingesparten Kilometer in einem persönlichen Profil einzutragen. Zur besseren Übersicht werden die Ergebnisse dann in einem Barometer angezeigt.

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