region/trier
11.10.2017
Natascha Kittler

Raus aus der Tabuzone

(TRIER) Zum zweiten Mal finden in Trier die Wochen der seelischen Gesundheit statt. Sie sollen helfen, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren.

TRIER Psychischen Erkrankungen haftet auch heute noch ein eher negatives Bild an. Viele Betroffene und Angehörige leiden unter den Vorurteilen und Problemen, die ihnen im Alltag begegnen. Um die Öffentlichkeit für diese Themen und insbesondere für das Angebot der Selbsthilfegruppen zu sensibilisieren, veranstaltet die Selbsthilfe Kontakt und Informationsstelle Trier (Sekis) bis zum 21. Oktober zum zweiten Mal die Wochen der seelischen Gesundheit.
Projektleiterin Elke Thees von Sekis betont die Bedeutung der Außenwirkung in diesem Fall: "Es ist uns wichtig, dass die Arbeit der Institutionen an die Öffentlichkeit getragen wird." Sekis selbst fungiert als Schnittstelle zwischen Institutionen wie den regionalen Kliniken und den Selbsthilfegruppen. Deren Zahl ist in den vergangenen Jahren angestiegen, so dass sich mittlerweile fast 450 Selbsthilfegruppen zu mehr als 130 Themen in der Region befinden. Dieses Angebot sei von zentraler Bedeutung, wie der zweite Beigeordnete des Kreises Trier-Saarburg, Helmut Reis (FWG), betont: "Die Selbsthilfe ist ein wichtiger Punkt für Betroffene und Angehörige, weil sie einen schützenden Rahmen bietet."
Er begrüßt die erneute Ausrichtung der Veranstaltungsreihe: "Seelische Gesundheit betrifft jeden. Lange wurde das Thema der psychischen Erkrankungen tabuisiert, daher ist die Aufklärung enorm wichtig. Die Wochen der seelischen Gesundheit leisten dazu einen hohen Beitrag, und wir möchten sie gerne langfristig etablieren."
Auch die Stadt Trier räumt der psychiatrischen Versorgung einen hohen Stellwert ein. Bettina Mann von der Psychiatriekoordination der Stadtverwaltung sieht ein großes Potenzial in den Aktionstagen: "Es werden Möglichkeiten gezeigt, wie jeder selbst aktiv werden kann, um seelisch gesund zu werden, beziehungsweise zu bleiben. Für uns sind die Wochen ein echtes Geschenk."
Der Bedarf und die Nachfrage nach Informationen sind groß. Dies zeigt auch die Tatsache, dass sich die Veranstaltungsreihe in diesem Jahr über zwei Wochen erstreckt. 2016 war es nur eine Woche, in der die Veranstaltungen jedoch sehr hohe Besucherzahlen verzeichneten.
Auch in diesem Jahr werden in zahlreichen Vorträgen, Workshops sowie Lesungen und Musik zentrale Themen der seelischen Gesundheit aufgegriffen. Das Spektrum reicht dabei von Traumabewältigung über postnatale Depressionen bis hin zum Umgang mit Krebs in der eigenen Familie.
Den Höhepunkt bildet der Tag der Selbsthilfe am 18. Oktober ab 16 Uhr in der Tufa Trier unter dem Motto "Darüber reden hilft".

Das komplette Programm ist unter www.selbsthilfe-rlp.de/sekis-trier verfügbar.
Extra: DAS IST DIE SEKIS TRIER

Im Bereich der Sekis Trier gibt es fast 450 Selbsthilfegruppen - von Angststörungen über Parkinson bis Zöliakie. Die Sekis ist zuständig für die Stadt Trier und die Landkreise Bernkastel-Wittlich, Birkenfeld, Eifelkreis Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Kusel, Trier-Saarburg und Vulkaneifel. Die Kontakt- und Informationsstelle hilft weiter, wenn Betroffene oder Angehörige eine Selbsthilfegruppe suchen. Kontakt: Sekis - Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle Trier, Gartenfeldstraße 22, Telefon 0651/141180, Internet www.sekis-trier.de