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Razzia im Rotlicht-Milieu: Polizei schließt Trierer Flatratebordell

(Trier) Dienstag, 12 Uhr mittags in Trier-Nord: Das LKA und Beamte der Trierer Polizei stürmen ein Bordell in der Carl-Benz-Straße im Industriegebiet. Gleichzeitig schlagen Polizisten im Saarland und in der Region Kaiserslautern zu: Sie durchsuchen Bordelle in Saarbrücken und Homburg - und fünf Privatwohnungen.

18.02.2014
Tobias Senzig
Sie verhaften vier Verdächtige, beschlagnahmen Schriftsätze und Computer. Und sie stellen Bargeld und Schmuck im Wert von insgesamt 200.000 Euro sicher.  Der Razzia seien zweijährige Ermittlungen vorangegangen, teilte die Polizei mit. 

Insgesamt 200 Beamte sind im Einsatz. Den Besitzern der drei Bordelle – einem Ehepaar aus Kaiserlautern – werden schwere Verbrechen vorgeworfen: Menschenhandel und Zuhälterei. Der 47-Jährige und seine 30 Jahre alte Frau sollen Frauen aus Ungarn, Rumänien und Bulgarien zur Sex-Arbeit in ihren Bordellen gezwungen haben.
Auch im „Popp-Stall“ – so der Name des Bordells in Trier-Nord – sollen Frauen nicht freiwillig gearbeitet haben. Das Etablissement warb mit einer „Sex-Flatrate“: Für 99 Euro Eintritt konnte der Kunde „Mit mit allen Girls unbegrenzt Spaß haben“.

„Wir haben in den Bordellen insgesamt 24 Frauen angetroffen“, erklärt Georg Himbert von der saarländischen Polizei.  „Und wir gehen davon aus, dass das alle Geschädigte sind.“

Die Polizei konnte auch einige Komplizen der Bordellbetreiber verhafteten: eine 23-Jährige und ihre 42-jährige Mutter aus Saarlouis. Sie sollen dafür zuständig gewesen sein, junge Frauen aus Südosteuropa unter falschen Versprechungen nach Deutschland zu locken, um sie in den Bordellen zur Prostitution zu zwingen. Nach einem 37-jährigen Komplizen sucht die Polizei noch. Er wird im Ausland vermutet. 

Die Stadt Trier hatte 2012 erfolglos versucht, die Eröffnung des Bordells zu verhindern. 

 

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